170 Jahre Hamburg – Berlin

Die 284 Kilometer lange Eisenbahnstrecke von Hamburg nach Berlin wurde erstmals am 15. Dezember 1846 mit einem Zug befahren. Aus diesem Anlaß überreichte Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, dem Lokführer des ICE 1614 im Berliner Hauptbahnhof ein signiertes historisches Foto des Triebwagens „Fliegender Hamburger“ aus den 1930er Jahren.

Derzeit ist die Strecke Hamburg-Berlin bundesweit die am stärksten genutzte Städteverbindung mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 190 km/h. Es ist die höchste zwischen zwei Städten, obwohl hier keine aufwändige Neubaustrecke gebaut, sondern lediglich die bestehende Strecke auf 230 km/h ertüchtigt wurde.

Aber auch historisch ist es eine Strecke der Höchstleistungen. Mit privatem Kapital seinerzeit gegründet, entwickelte sich nach der Jungfernfahrt, die 1841 mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h und einer Reisezeit von neun Stunden stattfand, ein hoch profitables Unternehmen, das 1884 verstaatlicht wurde. Inzwischen war die Reisezeit auf fünf Stunden gesunken.

Zum Mythos der Strecke gehört der Geschwindigkeitsweltrekord des futuristischen Schienenzeppelins von Franz Kruckenberg im Jahr 1931 mit 230,2 km/h. Dieser Rekord konnte erst im März 1955 durch die französischen Staatsbahnen mit einer Geschwindigkeit von 331 km/h gebrochen werden. Der Schienenzeppelin glich in seiner äußeren Form damals schon dem heutigen ICE, war silbernfarben und konnte 30 Fahrgäste befördern. Seine für damalige Zeiten fabelhafte Geschwindigkeit wurde unter anderem durch einen Flugzeugpropeller aus Eschenholz erzeugt. Seine letzte Fahrt trat der Schienenzeppelin im Juli 1934 an, dann wurde er verschrottet.

Einen Weltrekord für Dampfzüge gab es mit 200,4 km/h im Jahr 1936. Der elegante Dieseltriebzug „Flliegender Hamburg“ befuhr in den 1930er Jahren die Strecke mit bis zu 160 km/h in 2 Stunden und 18 Minuten. Das war eine Zeit, die erst 1997 unterboten wurde.

Mit den Kriegszerstörungen, der deutschen Teilung und dem Abbau des zweiten Gleises als Reparationsleistung begann der Niedergang. Im Dezember 1961 gelang einem Lokführer mit seiner fünfköpfigen Familie die Flucht mit einem Dampfzug auf dem einzig noch befahrbaren Gleis nach Westberlin. 25 Reisende blieben im Westen; sieben gingen zurück in die DDR. Bereits am nächsten Tag wurden die Schienen herausgerissen.

Durch die Vernachlässigung der Gleise, den Lokwechsel an der deutsch-deutsch Grenze in Büchen und durch die Grenzkontrollen durch „Organe der DDR“ stieg die Reisezeit auf über sechs Stunden.

Erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands ging es aufwärts: 1997 wurden der zweigleisige Ausbau für eine Reisegeschwindigkeit von 160 km/h und die Elektrifizierung vollendet: Die neue Fahrzeit betrug nun 2 Stunden und 14 Minuten.

Nach dem Intermezzo der Transrapid-Planungen konnte 2004 der Ausbau zu einer Hochgeschwindigkeitsstrecke für Tempo 230 gefeiert werden. Nun dauert die Fahrt mit dem ICE nur noch 100 Minuten.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.

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Foto: Deutsche Bahn

Heute vor 170 Jahren fuhr der erste Zug von Berlin nach Hamburg. ICE-Lokführer Uwe Jaspersen freut sich über ein Präsent von DB-Chef Grube