Alte Medikamente entsorgen

Die Barmer GEK rät grundsätzlich davon ab, Medikamente zu nehmen, wenn das Haltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist, denn sie könnten die Gesundheit schädigen. „Nicht alle abgelaufenen Arzneimittel sind zwangsläufig schädlich. Sie sollten dennoch nicht mehr verendet werden, weil ihre Wirkung nachlassen kann. Dies ist vor allem bei Präparaten äußerst heikel, die auf ein Milligramm genau dosiert werden müssen“, sagte Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer GEK, insbesondere mit Blick auf Herz-Kreislauf- oder Hormonpräparate. Zudem könnten einzelne Medikamente gesundheitsschädigende Abbauprodukte bilden.

 

Wenn Salben abgelaufen sind, können selbst ungeöffnete Salben ranzig werden und ihre Wirksamkeit verlieren. Dies gilt auch für Hustensäfte, wenn sie klumpen. „Bei Tabletten, zum Beispiel gegen Schmerzen, besteht das Risiko, dass ihre Wirkung nachlässt, aber die möglichen Nebenwirkungen weiterhin bleiben. Antibiotika, die ohnehin niemals gehortet werden sollten können nach Ablauf zu Nebenwirkungen führen, indem sich die Inhaltsstoffe durch lange Lagerung verändern“, warnt Heidi Günther. Zudem sollte man auf keinen Fall offene Augen- oder Nasentropfen länger als vier Wochen verwenden, weil sie dann mitunter Keime beinhalten, die Entzündungen hervorrufen können.

 

Bei Medikamenten ist außerdem eine fachgerechte Entsorgung wichtig, die oftmals nicht erfolgt. Laut einer Studie des Instituts für sozial-ökologische Forschung kippt fast jeder zweite Bundesbürger flüssige Medikamentenreste in die Spüle oder ins Klo. „Wirkstoffe wie Schmerzmittel, Antibiotika oder Blutdrucksenker können in Kläranlagen oft nicht vollständig herausgefiltert werden. Wichtige Quellen unseres Trinkwassers sind dadurch immer seltener frei von Arzneimittelrückständen“, so Günther. Die meisten alten Arzneimittel gehörten in den Restmüll und nicht in den Abfluss. In vielen Städten und Gemeinden gibt es zudem „Medi“-Tonnen, Schadstoffsammelstellen und Schadstoffmobile. „Generell lässt sich Medikamentenmüll am besten vermeiden, wenn man die Dosierungsanweisungen beachtet und möglichst die kleinste Packungsgröße wählt“, rät die Apothekerin Günther.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.