Auf kleiner Fahrt von Oderberg zum Schiffsfahrstuhl

 Die Fahrt mit dem Fahrgastschiff „Barnimer Land“ startet täglich 12:30 Uhr am Bollwerk in Oderberg im Bundesland Brandenburg. Die Kleinstadt am nördlichen Rand des Oderbruchs liegt inmitten einer malerischen Landschaft aus Wäldern, Bergen und Seen. Durch die Stadt fließt die Alte Oder. Am Anleger in der Hermann Seidel Str. beginnen alle Schiffstouren der FGS nach Stettin und zum Schiffshebewerk Niederfinow(www.oder-schiff.de).

Fahrgastschiff

Der Check in mit Ziel Schiffshebewerk ist Sache von Kapitän Gerrit Bensenmeier persönlich. Insgesamt verfügt das Schiff der Reederei Schlößin über 130 Plätze. Die Route nach Westen auf der Alten Oder führt gleich vorbei am Binnenschifffahrtsmuseum. Es stellt mehrere historische Themen der Region Oderbruch und Alte Oder mit Schwerpunkt Binnenschifffahrt vor. Das wichtigste Ausstellungsobjekt ist der Seitenraddampfer Riesa. Das Schiff mit dem damaligen Namen „Habsburg“ wurde 1897 in Dienst gestellt und fuhr für die Sächsisch-Böhmische Dampfschifffahrts-Gesellschaft auf der Elbe. Nach 1945 im Dienst des VEB Fahrgastschifffahrt Dresden und ab 1976 Museumsschiff.

 

Museumsschiff RIESA

Zur Blütezeit 1871 gab es in Oderberg 11 Sägewerke und 15 Schiffswerften. Neben Stärke-, Fass– und Kittfabriken spielte auch die Fischerei eine große wirtschaftliche Rolle. Die Fahrt der „Barnimer Land“ führt vorbei an der hier früher vorhandenen Oderberger Reeperbahn. Die Reeperbahn erhielt ihren Namen von Taumachern und Seilern, den so genannten Reepschlägern, die für die Herstellung von Schiffstauen eine lange, gerade Bahn von mindestens 300 m Länge benötigten.

Strecke der alten Reeperbahn

Nach knapp 20 Minuten fährt das Schiff ein in den Oderberger See. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er eines der größten Holzlager Deutschlands; teilweise lagerten hier mehr als 500.000 Festmeter Importholz aus Russland. Heute gehört der Oderberger See zu den mehr oder weniger großen Restgewässern, die nach der Oderbruchtrockenlegung übrig geblieben sind. Dieser See ist das größte offene Gewässer im

Oderbruch mit einer entsprechenden geschützten Flora und Fauna. Auf seiner beliebtesten Tour fährt unser Schiff weiter über den Lieper See.   In langsamer Fahrt nähern wir uns dem Schiffshebewerk Niederfinow. Das nach 7-jähriger Bauzeit im März 1934 in Betrieb genommene Bauwerk ist das älteste noch arbeitende Schiffshebewerk Deutschlands. Der Schiffsfahrstuhl liegt am östlichen Ende des Oder-Havel-Kanals und überwindet den Höhenunterschied von 36 Metern in 5 Minuten. Die technische Grundstruktur bildet das System Hebewerk mit an Drahtseilen hängenden Gegengewichten. Durch Aufteilung des Troggewichtes auf eine große Anzahl von Drahtseilen, Seilscheiben, Lager und Gegengewichte kann selbst bei Ausfall mehrerer Teile eine verläßliche Betriebssicherheit erreicht werden. Das Schiffshebewerk besteht insgesamt aus einer 14.000 Tonnen schweren und mit fünf Millionen Nieten zusammengehaltenen Stahlkonstruktion, die auf Stahlpfeilern steht. Es können Schiffe mit 1000 Tonnen Tragfähigkeit geschleust werden. In der Praxis von anno 2017 verkehren aber nur wenige Fahrgastschiffe, polnische Schubeinheiten, beladen mit Kohle und diverse Sportboote. Das Bauwerk ist ein geschütztes Industriedenkmal und zugleich Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland. Das Schiffshebewerk Niederfinow ist für jährlich rund 150.000 Besucher ein beliebtes Ausflugsziel. Eine gelungene Übereinstimmung zwischen Technik und Landschaft.

 Altes Schiffshebewerk

 

Parallel zum bisherigen Hebewerk wird das Schiffshebewerk Niederfinow Nord, das für größere Schiffe geeignet ist, errichtet. Der gegenwärtige Engpass – die Troglänge – begrenzt die Länge der Schiffe auf 84 m. Damit können moderne Fahrzeuge mit bis zu 110 m Länge nicht passieren. Das neue Hebewerk soll das alte spätestens ab 2025 ersetzen. Durch wiederholte Pannen und Korrekturen am Bau erinnert das Projekt kolossal an den Airport BER, den Museumsbau am Rande Berlins.

Neues SchHW

Nach einer Drehung über Backbord geht unser Schiff auf Heimatkurs. Vom hochgelegenen Hebepunkt genießen Kapitän und Gäste einen weiten Rundblick ins Oderland. Teilweise unberührte Natur im Biosphärenreservat.

Blick ins Odertal

Die Reederei Schlößin Oderberg bietet mit ihren zwei gepflegten Fahrgastschiffen auch Fahrten nach Stettin, Hohensaaten, Eberswalde und zum Werbellinsee an. Neu im Angebot sind inzwischen Flusskreuzfahrten mit Hotelübernachtungen. Alle Touren nah dran an Natur, intakter Umwelt und mit bestem Service. gk

 Kontakt

Fahrgastschifffahrt Oderberg, Inh. Jens Schlößin

Galgenberg 3, 16248 Oderberg

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