Cannabis auf Rezept

 Schwerkranke Patienten können ab sofort Cannabis auf Rezept beziehen. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften wurde dafür ein solider Rechtsrahmen geschaffen. „Schwerstkranke Menschen müssen bestmöglich versorgt werden. Das Gesetz sorgt dafür, dass nun das Leiden von Patienten, für die keine andere zielführende Therapie zur Verfügung steht, auf rechtlich solider Grundlage erheblich gelindert werden kann“, so Dr. Norbert Gerbsch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI).

 

Cannabis ist für viele chronisch Kranke die letzte Hoffnung auf eine bessere Lebensqualität. Diesem Umstand hat der Bundestag nun mit der Neuregelung im Sozialgesetzbuch V (SGB V) Rechnung getragen. Für Kranke ohne Therapiealternativen schafft es die Voraussetzung für den Anspruch auf eine Therapie mit Cannabis-Arzneimitteln als Fertigarzneimittel oder in Form von getrockneten Blüten und Extrakten. Allerdings sind die Blüten nicht gleichmäßig und korrekt zu dosieren, weshalb sie in den Apotheken gemahlen und dann für eine Teezubereitung verwendet werden. Von der Apotheke erhält der Patient dazu einen Dosierlöffel, damit immer die gleiche Menge gewährleistet ist. Auf diese Weise sollen Über- oder Unterdosierungen vermieden werden.

Bislang mussten Patienten eine Ausnahmeerlaubnis beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zum Erwerb von Cannabis beantragen. Die Therapiekosten wurden nur in Ausnahmefällen von den Krankenkassen erstattet. Dr. Norbert Gerbsch erklärte: „Mit dem Gesetz wird Cannabis offiziell als Medikament anerkannt. Dieser Schritt stärkt die Rechte des Patienten und die Verantwortungshoheit des Arztes in der Therapie“.

 

Für das in der Apotheke zu medizinischen Zwecken erhältliche Cannabis gelten alle Grundsätze der Arzneimittelsicherheit sowie die betäubungsmittelrechtlichen, arzneimittelrechtlichen und apothekenrechtlichen Anforderungen. Cannabis als Rauschmittel bleibt weiterhin verboten.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.