Das Automobil in Zukunft

Matthias Wissmann, Praesident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), DEU, Berlin, 19.02.2014 [ (c) Jens Schicke, Schlegelstrasse 6, 10115 Bln., 0172-2523069, 030-28098190, jens.schicke@t-online.de, Kto 3164845, BLZ 38070024, D E U T S C H E B A N K B O N N, Foto ist honorarpflichtig + 7% MwSt. - Veroeffentlichung nur zu journalistischen Zwecken - no Model Release ! ]

Matthias Wissmann, Praesident des Verbandes der Automobilindustrie  Foto: (VDA)

 Nach Aussage von Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) in Deutschland, war das Jahr 2016 ein gutes Automobiljahr, denn die Nachfrage nach Neuwagen ist weltweit gestiegen.

Der westeuropäische Pkw-Markt wird in diesem Jahr auf 13,9 Millionen Einheiten zunehmen, prognostizierte Wissmann. Das entspricht einer 5-prozentigen Zunahme. Hingegen ist der US-Mark mit minus 2 Prozent leicht rückgängig, was durch die Zunahme von 15 % Prozent in China, wo mit einem Verkauf von

23 Millionen Einheiten gerechnet wird, ausgeglichen wird.

Für 2017 rechnet der Verband mit einem stabilen Wachstumskurs auf dem Pkw-Weltmarkt, auch wenn im Gefolge des Brexit-Votums in Großbritannien dort mit einem Rückgang an Pkw-Neuzulassungen von etwa 8 Prozent gerechnet wird. Auch der deutsche Markt hat mit fast 3,4 Millionen Neuzulassungen in 2016 um

5 Prozent zugelegt, was sich auch bei der Anzahl der Mitarbeiter bemerkbar machte: Derzeit sind in der Automobilindustrie Deutschlands rund 815.000 Menschen beschäftigt; 13.800 mehr als im Vorjahr.

Bei den Nutzfahrzeugen über 6 t wird der westeuropäische Markt in diesem Jahr um 8 Prozent auf 279.000 Einheiten zulegen; allerdings ist mit einem Rückgang der Absatzzahlen in den USA (-13 %); Russland (-7 %) und in Brasilien (-25 %) zu rechnen.

An dem Ausbau der Elektromobilität kommt keiner vorbei: Bis zum Jahr 2020 werden die deutschen Automobilhersteller ihr Modellangebot an E-Autos mehr als verdreifachen: Von derzeit 30 Modellen auf knapp 100. Über 40 Milliarden Euro sollen bis zum Jahr 2020 in alternative Antriebe investiert werden. Dabei spielen Forschung und Entwicklung eine große Rolle. Mit einer Batterieladung soll dann standardmäßig eine Reichweite von 500 km erreicht werden. Schwachpunkt sind allerdings noch die Ladestationen, von denen derzeit insbesondere an Europas Autobahnen nur wenige vorhanden sind. Daher plant die Ford Motor Company zusammen mit BMW, Daimler und Volkswagen mit Audi und Porsche ein Joint Venture für ein ultraschnelles Hochleistungs-Ladenetz an den Autobahnen. In einem ersten Schritt sind 400 Sandorte vorgesehen. Beim Schnelladen können

80 Prozent der Batterie innerhalb kurzer Zeit aufgeladen werden. Das ist gerade an Autobahnen wichtig, wo jeder schnell vorankommen will. In den Städten reicht eine Normal-Ladestation aus, insbesondere dort, wo das Auto länger steht, also in Parkhäusern, auf Firmenparkplätzen oder in der Garage zu Hause.

Doch auch die konventionellen Antriebe durch Benzin oder Diesel sollen weiter entwickelt werden, so dass eine Senkung des Verbrauchs um 10 bis 15 Prozent möglich sein wird.

Klimaschutz hat in Deutschland einen besonders hohen Stellenwert. Deshalb sollen ab 2017 immer mehr Pkw, die einen Benzinmotor mit Direkteinspritzung haben, mit einem Partikelfilter ausgerüstet werden, wodurch das Feinstaub-Problem gelöst wird.

Beim Dieselmotor wird die Abgastechnologie durch die Einführung des SCR-Katalysators optimiert. So sollen ab Ende des Jahres 2019 mindestens 80 Prozent der neu zugelassenen Diesel-Pkw mit dem SCR-System ausgerüstet sein, so dass der Ausstoß von Stickoxiden entsprechend der Euronorm 6 reduziert wird, die einen Grenzwert von 80 Milligramm je Kilometer vorsieht. Das erfordert jedoch einen erheblichen technischen und finanziellen Mehraufwand der Automobilhersteller. Um jedoch realistischere Abgastests zu ermöglichen, wurde vom EU-Parlament Anfang des Jahres ein neuer Rahmen für den Ausstoß von Stickoxiden bei Neuwagen beschlossen. Danach darf für neu entwickelte Fahrzeugtypen zwischen September 2017 und Januar 2020 der Grenzwert um mehr als das Doppelte überschritten werden. Ab 2010 soll dann jedoch nur noch eine Überschreitung um die Hälfte erlaubt sein. Der Feinstaub wird bereits durch Dieselruß-Partikelfilter, die bei Dieselfahrzeugen seit einigen Jahren serienmäßig eingesetzt werden, um bis zu 99 Prozent reduziert.

Klimaschutz ist eine globale Aufgabe, zu deren Lösung die europäische Automobilindustrie ihren Beitrag leisten wird. Als Zielwert für den Ausstoß von Stickoxiden haben sich bis 2021 die USA 119 Gramm, China 177 Gramm und Japan 105 Gramm gesetzt.

Ein Beitrag für MEDIENINFO-BERRLIN von Edelgard Richter / Dela Press.