Der Einsteintag in Potsdam

In der Festsitzung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am 25. November 2016 zum Einsteintag zollte der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dietmar Woidke, der Akademie höchste Anerkennung. „Deren Langzeitprogramme sind von überregionaler Bedeutung und gesamtstaatlichem wissenschaftspolitischem Interesse“, erklärte er. „Die Erschließung unseres kulturellen Erbes ist wichtiger denn je, da Globalisierung und Flexibilisierung sowie die dafür eingesetzten Technologien eine ganz neue Dynamik in unser Leben bringen“. Auf der Festsitzung sprach auch Brandenburgs Wissenschaftsstaatssekretärin Ulrike Gutheil.

Woidke nannte in diesem Zusammenhang das Langzeitvorhaben der Akademie „Corpus Coranicum“. Durch eine wissenschaftlich begründete Kommentierung des Korans soll ein besseres Verständnis der Schrift und ihrer Verflechtung mit der abendländisch-europäischen Tradition ermöglicht werden. Woidke sagte: „Damit leistet die Wissenschaft einen immensen Beitrag zum Diaglog der Religionen und Kulturen. Das ist ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Integration gelingt“.

Die Unwissenheit über Religionen könne Ängste, Vorbehalte und Vorurteile schüren. Woidke betonte: „Mir ist es daher ein besonderes Anliegen, dass religiöses Lebern besser verstanden und dadurch der gesellschaftliche Zusammenhalt in unserem Land gestärkt wird“. Mit ihrer Koranforschung habe die Akademie einen richtungsweisenden Weg eingeschlagen.

Der Einsteintag steht für die gewachsene Kultur- und Wissenschaftslandschaft Berlin-Brandenburg, resümierte Woidke. Er sei überdies der festliche Rahmen für die Verleihung der Preise der Akademie sowie des Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preises für herausragende wissenschaftliche Leistungen. Woidke lobte: „Mit dieser Auszeichnung werden heute exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewürdigt. Sie werden mit diesem Preis auch ermutigt, hier in Brandenburg ihre wichtige Arbeit fortzusetzen“.

Wissenschaftsstaatssekretärin Ulrike Gutheil betonte auf der Festsitzung: „Die Akademie kann auch eine mehr als 300jährige bewegte Geschichte zurückblicken, die von prominenten Mitgliedern wie Max Planck, Albert Einstein, Johann Gottfried Herder und Rudolf Virchow geprägt ist. Seit ihrer Gründung äußert sie sich engagiert, fundiert und vernehmlich zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Die Berlin-Brandenburgische Akademie steht besonders für den Brückenschlag von Geisteswissenschaft, Kulturgeschichte und Kultur. Mit ihren Forschungsthemen ist sie ein wichtiger Akteur in unserer leistungsstarken Wissenschaftslandschaft – dafür steht beispielsweise die interdisziplinäre Arbeitsgruppe Historische Gärten im Klimawandel, die der Frage nachgeht, wie die kulturgeschichtlich überaus bedeutsamen und einmaligen Parkanlagen, etwa in Babelsberg oder Branitz, dauerhaft gesichert werden können“.

Die Festsitzung zum Einsteintag in Potsdam ist eine der zentralen jährlichen Festveranstaltungen der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, mit der der Namensgeber Albert Einstein geehrt wird. Den Festvortrag „Wie reich ist die deutsche Sprache?“ hielt Akademiemitglied Professor Dr. Wolfgang Klein und eröffnete damit das Akademie-Jahresthema 2017/2018 „Sprache“. Auf der Festveranstaltung wurden neue Akademiemitglieder vorgestellt sowie der Potsdamer Nachwuchswissenschaftlerpreis und Preise der Akademie verliehen.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften wurde 1992 von den beiden Ländern gegründet. Die Akademie führt ihre Tradition auf die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften zurück, die unter maßgeblicher Beteiligung von Gottfried Wilhelm Leibniz im Jahr 1700 gegründet wurde. Die rund 300 Akademiemitglieder befassen sich in inter- und transdisziplinären Arbeitsgruppen mit Zukunftsfragen der Gesellschaft sowie mit Arbeiten zur Erschließung des kulturellen Erbes. Neben langfristig angelegten Forschungsprojekten, etwa zur Geistes- und Kulturgeschichte engagieren sie sich auch in der Nachwuchsförderung. Seit mehreren Jahren bieten ihre Mitglieder in Brandenburger Schulen Vorträge zu aktuellen natur- und geisteswissenschaftlichen Themen an.

Präsident ist der Mathematiker Martin Grötschel. Das Land Brandenburg unterstützt die Akademie der Wissenschaften in diesem Jahr mit rund

2,6 Millionen Euro.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.