Der Tierpark Berlin berichtet:

20 Tage nach der Geburt des Eisbären-Nachwuchses wagten die Tierpfleger einen ersten Blick in die Wurfhöhle. Ganz vorsichtig steckte der erfahrene Eisbären-Pfleger Detlef Balkow den Schlüssel ins Schloss des Eisbärenstalls. Barbara Lachert schaute parallel auf den Überwachungsmonitor. Da Eisbärenmutter Tonja sehr entspannt auf die vertrauten Geräusche an der Tür reagierte und gelassen liegen bleibt, gab Frau Lachert das Signal zum Betreten des Stalls. Herr Balkow überprüfte beide Eisbärenställe und wollte sowohl Eisbärenmutter Tonja als auch der im Nachbarstall lebenden Eisbärin Aika, die inzwischen 36 Jahre alt ist, Möhren und Äpfel anbieten.

Die gute Nachricht: Eisbärenmutter Tonja und ihr Nachwuchs sind wohlauf! Doch Detlef Balkow machte gleichzeitig auch eine traurige Entdeckung: Aika, die älteste Eisbärin der Welt, ist verstorben. Bereits Anfang des Herbstes hatte sich Aika sehr träge gezeigt und sich gemeinsam mit Tonja in den Stall zurückgezogen. In den vergangenen Wochen hatte sie viel geschlafen und sich kaum bewegt, daher waren die Pfleger nicht beunruhigt, als Aika längere Zeit in der gleichen Position lag. Auf dem Überwachungsmonitor konnten die Tierpflege die letzte Bewegung am Montag wahrnehmen. Der genaue Todeszeitpunkt wird erst bei der Untersuchung durch das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) festzustellen sein.

„Wir sind alle sehr sehr traurig“, berichtete Kurator Dr. Florian Sicks. „Doch Aika war die älteste Eisbärin der Welt und dass dieser Tag irgendwann kommen wird, war abzusehen“. Bereits 2011 zeigte sich Aika besonders träge und die Pfleger befürchteten damals bereits ihr baldiges Ende. Doch ganz überraschend rappelte sich die alte Dame damals wieder auf.

Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem verwies auf das Leben und Sterben als Teil des natürlichen Kreislaufs – auch in einer zoologischen Einrichtung. „Gern hätten wir morgen auch noch ihren 36. Geburtstag gefeiert. Doch alles jenseits der 30 Jahre ist ein stattliches Alter für einen Bären. Vielleicht hat Aika gespürt, das neben ihr ein neues Leben entsteht und sich jetzt verabschiedet“.

„Tonja hat ganz ruhig reagiert und sogar ein paar Mohrrüben gefressen“, beschrieb Detlaf Balkow die erste Begegnung mit Tonja und fügte hinzu: „Ich konnte das Eisbären-Baby sehen: Es ist schneeweiß, etwa kaninchengroß und hat sich lautstark beschwert, dass Mutter Tonja mich kurz am Gitter begrüßt hat, weil es dadurch mal kurz ohne Mamas wohlig warmes Fell sein musste“. Herr Balkow kennt Tonja seit fünf Jahren und hat in seiner45jährigen Dienstzeit schon sieben Mal Eisenbärennachwuchs heranwachsen sehen.

Nach diesem ersten Stallbesuch planen die Tierpfleger nun regelmäßig eine Futterrunde im Eisbärenstall. In den kommenden Tagen ist neben dem Futter auch eine Kamera dabei, so dass wir uns alle an den niedlichen Eisbärenbildern erfreuen könne. Dies gilt natürlich nur, wenn Eisbärenmama Tonja es zulässt.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.