Deutsch-Polnischer Bahngipfel

 An dem deutsch-polnischen Bahngipfel, der zum zweiten Mal stattfand, nahmen Verkehrspolitiker des Bundes, der polnischen Regierung sowie der Länder und Wojewodschaften teil. Die Bahnen wurden unter anderem durch die Vorstandsvorsitzenden von Deutscher Bahn und Polnischer Bahn, Dr. Rüdiger Grube und Miroslaw Pawlowski, vertreten.

Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg und Polen-Koordinator der Bundesregierung zog eine positive Bilanz des Bahngipfels, der in der polnischen Hafenstadt Stettin stattfand. Woidke hatte bereits den ersten Bahngipfel im September 2015 initiiert und lud nunmehr zum nächsten nach Brandenburg ein. Er sagte zu dem jährlichen Turnus: „Zwischen den Tagungen arbeiten Experten auf beiden Seite n an den einzelnen aufgaben. Dadurch können wir konsequent an den Themen bleiben“.

Gemeinsam mit Berlins Verkehrssenator Andreas Geisel kündigte Woidke an, dass der äusserst erfolgreiche „Kulturzug“ zwischen Berlin, Cottbus und Breslau auch in den kommenden Jahren Bestand haben wird. Er wird an den Wochenenden von bis zu tausend Personen genutzt. Dazu verständigen sich die Länder Brandenburg und Berlin sowie die Deutsche Bahn auf eine gemeinsame Übernahme der Kosten in Höhe von insgesamt 300.000 Euro jährlich.

Woidke erklärte: „Hier zeigt sich, dass man manchmal etwa riskieren und ein gutes und originelles Angebot machen muss. Dann gibt es auch eine Nachfrage. Alle Seiten haben wir hier an einem Strang gezogen, um dieses interessante Zugangebot auch für die nächsten Jahre zu sichern“.

Senator Andreas Geisel konnte die positiven Erfahrungen vieler Fahrgäste aus seinem Breslau-Besuch im Sommer nachvollziehen. „Das Angebot ist deutlich attraktiver als die bisherigen Angebote; es war damit zwingend und richtig, dass die beiden Länder sich aktiv für die Weiterführung des Kulturzugs eingesetzt haben und hierzu auch eigene Mittel eingebracht haben“.

Wichtiger Diskussionspunkt war der Ausbau der Strecke Berlin-Angermünde-Stettin. Dazu sagte Woidke: „Der ständig wachsende Verkehr und die gute Auslastung der Verbindung zwischen beiden großen Metropolen macht den Ausbau dringend erforderlich – und zwar zweigleisig“. Geplant ist vom Bund bisher nur der eingleisige elektrifizierte Ausbau, der Geschwindigkeiten bis 160 Stundenkilometer erlauben wird. Allerdings konnten Bund und Bahn noch keine sicheren Fertigstellungstermine nennen. Ein zweites Gleis machen Bund und Bahn von der Verkehrsentwicklung abhängig. Für die Strecke Berlin-Gorzow ist der Neubau einer Brücke über die Oder bei Küstrin erforderlich. Die Planungen dazu laufen bereits.

Die Teilnehmer des Gipfels diskutierten auch die Auswirkungen aufgrund der anstehenden Bauarbeiten auf polnischer Seite für die Verbindung Berlin-Warschau. Sie wurde im Jahr 2015 von etwa 480.000 Passagieren genutzt. Die Arbeiten machen Umleitungen um etwa eine Stunde erforderlich. Ab dem Jahr 2020 soll die normale Reisezeit etwa 5 Stunden betragen.

Katrin Schneider, Infrastrukturministerin des Landes Brandenburg, sagte: „Wir sind seit dem Bahngipfel vor einem Jahr ein Stück voran gekommen. Auf den Linien nach Kostryn, Gorzow und Zielona Gora haben wir in diesem Jahr mehr Verbindungen geschaffen. Künftig brauchen wir mehr stabile grenzüberschreitende Verbindungen im Bahnverkehr. Dazu ist es wichtig, dass wir zu besserer Planungssicherheit auf allen Seiten kommen – und es ist dringend erforderlich, dass die Fahrzeughersteller Züge herstellen, die auf beiden System fahren können“.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Dr. Rüdiger Grube, führte aus: „Ich freue mich sehr, dass die Deutsche Bahn mit Unterstützung der Länder Berlin und Brandenburg auch weiterhin eine direkte Verbindung von Berlin nach Breslau anbieten wird. Das ist nicht nur eine gute Nachricht für alle Bahnkunden in der Region, sondern auch ein klares Bekenntnis zur Verbesserung des deutsch-polnischen Bahnverkehrs. In enger Abstimmung mit den Aufgabenträgern werden wir auch weiter intensiv daran arbeiten, den Schienenverkehr zwischen beiden Ländern attraktiver zu machen“.

Nach der Sitzung zog Woidke Bilanz: „Wir sind engste Wirtschaftspartner, der Tourismus floriert in beide Richtungen. Aber während der Verkehr auf der Straße rollt und immer dichter wird, kommen wir bei der Schieneninfrastruktur bisher zu langsam voran. Dieser zweite Bahngipfel war ein wichtiges Signal, dass sich das dank gemeinsamer Anstrengungen ändert“.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.