Diagnose: Diabetes

Derzeit sind mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus erkrankt, darunter mehr als 32.500 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren sowie vier Millionen Patienten über 65 Jahren. Die Stoffwechsel-erkrankung betrifft Menschen in allen Altersgruppen und Lebenslagen und bedeutet eine große Veränderung im Lebensstil.

Menschen, die in Städten leben, haben im Vergleich zu Menschen, die auf dem Lande leben, ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes. Etwa 16 Prozent aller Todesfälle führt man auf Typ-2-Diabetes zurück, an dem 95 Prozent aller Diabetespatentienten erkrankt sind. Zu denRisikofaktoren eines Typ-2-Diabetes gehören Übergewicht, Mangel an Bewegung, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, niedriger Bildungsstatus sowie genetische Faktoren. Zu den gravierendsten Folgeerkrankungen zählen Schlaganfall, Herzinfarkt, Netzhauterkrankung bis hin zur Erblindung, das diabetische Fußsyndrom mit der Gefahr einer Amputation sowie Niereninsuffizienz.

Häufig kann der Typ-2-Diabetes mit einer Ernährungsumstellung und mehr körperlicher Bewegung behandelt wrden. Knapp 50 Prozent der Patienten erhalten Tabletten und etwa 30 Prozent werden ausschließlich oder in Kombinationstherapie mit Insulin behandelt. Amputationen als Folge des diabetischen Fußsyndroms können durch eine strukturierte Behandlung in einem interdisziplinären Team vermieden werden.

Wie sich die Krankheit mit dem Lebensalltag vereinbaren lässt und wie neue Therapien und Technolgien die Betroffenen unterstützen können, steht im Mittelpunkt der 13. Herbsttagung der Deutsches Diabetes Gesellschaft (DDG). Mehr als 3.500 Ärztinnen und Ärzte sowie Mitglieder des Diabetes-Behandlungsteams werden zum  Kongress erwartet, der vom 8. bis zum 9. November 2019 in Leipzig stattfindet.

Wer an Diabetes erkrankt, dessen Leben ändert sich grundlegend. Betroffene müssen sich nicht nur mit Fragen zur Therapie, wie der Behandlung und Überwachung des Diabetes, sondern auch mit möglichen akuten und chronischen Komplikationen auseinandersetzen. Diabetes begleitet Betroffene ein Leben lang und hat großen Einfluss auf Lebensplanung und Lebensalltag. „Häufig kommen psychische Belastungen wie Ängste oder Depressionen hinzu“, erklärte Dr. med. Nikolaus Scheper, Tagungspräsident der DDG Herbsttagung. „Auch im Ausbildungs- und Arbeitsleben wirft die Diagnose Diabetes bei Betroffenen und Angehörigen eine Vielzahl an Fragen auf, zum Beispiel ob den Kolleginnen und Kollegen von der Erkrankung erzählt werden soll“, ergänzte Dr. Cornelia Woitek, Tagungssprecherin und -koordinatorin.

Ein weiteres Thema widmet sich den Abläufen im Kl inik- und Praxisalltag. Wie lässt sich die Zusammenarbeit zwischen Kliniken,niedergelassenen Diabetologen und Hausärzten bestmöglich gestalten? Ebenso ist die Nachwuchsförderung der DDG ein wichtiges Anliegen, weshalb auch in diesem Jahr wieder etwa 40 wissenschaftliche und klinische Stipendiatinnen und Stipendiaten aktiv in das Tagungsgeschehen eingebunden sind.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.