Energieerzeugung im Fokus

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Stromerzeugung aus Kohle – und Kernkraftwerken 2016 zurückgegangen. In den mit Braun-und Steinkohle betriebenen Anlagen wurden 2016 nach vorläufigen Berechnungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)

12,2 Terrawattstunden (TWh) weniger Strom erzeugt. Ihr Anteil am Erzeugungsmix beträgt damit 2016 voraussichtlich rund 40 Prozent. Bei der Kernenergie betrug der Rückgang 6,0 TWh (Anteil: 13 Prozent).

Deutlich mehr Strom wurde hingegen in Gaskraftwerken produziert. Hier beträgt das Plus gegenüber dem Vorjahr 16,5 TWh. Erdgas kommt damit auf einen Anteil von 12 Prozent am Stromerzeugungsmix.

„Die gesunkene Erzeugung aus Kohle und Kernenergie wurde mit hauptsächlich durch eine zusätzliche Stromproduktion aus Gaskraftwerken ausgeglichen. Dies zeigt noch einmal deutlich, das Erdgas ein unverzichtbarer Bestandteil des zukünftigen Energiesystems ist“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Erdgas stelle damit einmal mehr seine wichtige Rolle als Energiewende-Ermöglicher unter Beweis.

2016 werden die Erneuerbaren Energien voraussichtlich 32 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland decken. Das wäre ein leichter Anstieg gegenüber 2015. Der Anteil an Erneuerbaren Energien lag 2015 mit knapp über

187 Mrd kWh bei 31,5 Prozent des Bruttostromverbrauchs. Laut Energiekonzept der Bundesregierung soll bis 2020 der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch 35 Prozent betragen.

Deutliche Zuwächse ergaben sich vor allem aus der Stromerzeugung aus Windkraft offshore. Die Stromerzeugung aus Wind onshore ging trotz eines Zubaus von Windkraftanlagen hingegen um fast 6 Prozent zurück. Grund waren die schlechten Windverhältnisse in 2016. Mit einem Anteil von fast 35 Prozent der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien bleibt die Windenergie an Land weiterhin die stärkste Erneuerbaren-Quelle – gefolgt von der Photovoltaik (PV) mit 20 Prozent.

„Der kontinuierliche Anstieg des Erneuerbaren-Anteils am Stromverbrauch ist positiv und bringt uns dem Ziel eines CO2-armen Energiemiexes immer näher. Allerdings brauchen wir weiterhin konventionelle Erzeugungskapazitäten, die den laufenden Umbau unserer Energieversorgung absichern. Gleichzeitig wächst der Druck auf den Netzausbau. Um die immensen Kosten für die Stabilisierung der Netze zu senken, müssen Netzausbau und Erneuerbaren-Ausbau deutlich stärker miteinander verzahnt werden. Das wird auch die Verbraucher entlasten“, erklärte Stefan Kapferer.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela