Europa und China kommen sich näher

 Der erste Güterzug benötigte für die 18.000 Kilometer lange Strecke zwischen China und Europa 18 Tage. Inzwischen hat er das Ankunftsterminal von DB Cargo UK im Londoner Eurohub in Barking erreicht. Betreiber des mit Containern beladenen Zuges ist die InterRail Gruppe, ein in der Schweiz ansässiges internationales Transportunternehmen, im Auftrag der chinesischen Containergesellschaft CRIMT. Die China Railway International Multimodal Transport (CRIMT) ist eine Tochtergesellschaft der chinesischen Staatsbahn China Railways (CNR). Die Traktion auf der 12.000 Kilometer langen Strecke übernehmen verschiedene Güterbahnen: DB Cargo fährt den Abschnitt von Duisburg durch den Eurotunnel bis nach London.

Startpunkt des Zuges war Yiwu in der ostchinesischen Provinz Zhejian. Rund

18 Tage benötigte der Zug für die Strecke bis nach London und ist damit doppelt so schnell wie das Seeschiff. Beladen war der Zug hauptsächlich mit Textilien und anderen Konsumgütern. Im Container-Terminal Duisburg wurden die für Großbritannien spezifischen 34×40 Zoll Container auf spezielle für den Eurotunnel zugelassene Containerplattformen der Deutschen Bahn umgeladen.

Mit Großbritannien ist eine weitere Destination in der Eisenbahnverbindung China-Europa hinzugekommen. Zunächst handelte es sich um einen Testzug. Für die InterRail Gruppe ist dies nach Duisburg, Madrid, Afghanistan und Riga nun eine weitere internationale Verbindung auf der „One Belt – One Road“-Achse, einer Initiative der chinesischen Regierung..

Seit 2011 fährt die DB mit Partnern wöchentliche Containerzüge auf der längsten Eisenbahnstrecke der Welt, unter anderem verbindet sie Duisburg und Hamburg mit Wuhan, Chongquing und Harbin und seit Mitte 2016 Hamburg mit der chinesischen Provinz Hefel. Insgesamt wurde so im Jahr 2016 die Rekordzahl von rund 40.000 Containern auf der legendären Seidenstraße per Zug transportiert. Bis 2020 erwartet die DB ein Volumen von rund 100.000 Containern.

Die Fahrten über die 10.000 bis 12.0000 Kilometer langen Strecken dauern in der Regel zwischen 12 und 16 Tage inklusive mehrerer Verladungen der Container auf andere Spurweiten. Insbesondere Kunden mit zeitsensiblen Gütern wie Aktionswaren der Bekleidungsindustrie und kapitalintensive Güter wie Automobilteile und Elektronik gehören zu den Bestellern.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.