Faire Netzentgelte gefordert

 Die Landesregierung Brandenburgs dringt weiter auf eine faire Kostenverteilung bei den Netzentgelten der Energieversorgung. „Die Kosten der Energiewende in den Netzentgelten müssen fair und transparent verteilt werden. Damit würde die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung erhöht“, sagte der Bevollmächtigte des Landes beim Bund, Staatssekretär Martin Gorholt, beim Besuch des Netzbetreibers 50Hertz in Neuenhagen. Die Gespräche zeigten, dass ein einheitliches Übertragungsnetzentgelt geeignet wäre, die Stromkosten besonders in Regionen mit einem hohen Anteil dezentraler Stromerzeugung zu dämpfen.

Gorholt betonte, dass die Netzentgelte, die fast 25 Prozent des Strompreises ausmachen, starke regionale Unterschiede auswiesen. In den ostdeutschen Ländern führten der überdurchschnittliche Ausbau der erneuerbaren Energien und der daraus resultierende Netzausbau zu Netzentgelten, die bundesweit zu den höchsten zählten und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt lägen. Gegenwärtig verstärken sich laut Gorholt die regionalen Unterschiede sogar. Der Staatssekretär sagte: „Den Bürgern ist nicht mehr zu erklären, warum der Einsatz für den Ausbau der erneuerbaren Energien mit hohen Netzentgelten quasi bestraft wird“.

Gorholt sieht in dem vom Bundeskabinett beschlossenen Netzentgeltmodernisierungsgesetz, mit dem das Konstrukt der vermiedenen Netzentgelte abgeschafft werden soll, einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Er erklärte: „Das reicht aber noch nicht“. Gorholt rief die Bundesregierung auf, alsbald auch einen abgestimmten Kompromiss zur Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte vorzulegen. Wahltaktische Überlegungen sollten dabei außen vor bleiben. Die Verhandlungen müssten beschleunigt werden.

Staatssekretär Gorholt konnte sich bei seinem Besuch in Neuenhagen ein Bild von der so genannten Leitwarte machen. Von Brandenburg aus wird in Neuenhagen die Energieversorgung in ganz Nordost-Deutschland gesteuert. Der Staatssekretär zeigte sich vom Engagement der Beschäftigten beeindruckt, jederzeit rund um die Uhr für Systemstabilität zu sorgen.

Boris Schucht, Geschäftsführer der 50Hertz Transmission GmbH, sagte anlässlich des Besuchs von Staatssekretär Gorholt: „Wir ermöglichen in unserer Regelzone heute einen Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch von fast 50 Prozent, der bis 2025 auf zirka 70 Prozent ansteigen wird – und das bei gleichbleibend hoher Systemsicherheit und Netzverfügbarkeit. Da schreibt der Osten Deutschlands also eine wirkliche Erfolgsstory“.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.