Gedenken

 Vor 72 Jahren wurde das KZ Sachsenhausen durch sowjetische und polnische Soldaten befreit. Auf der Gedenkveranstaltung am 22. April 2017 gedachte der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dietmar Woidke, der Hunderttausenden Opfer und rief zur Verteidigung der Demokratie auf.

 

Woidke sagte: „Wir erinnern an die mutigen Gegner des NS-Regimes, an Juden, Homosexuelle und psychisch Kranke, an Sinti und Roma, an die Verschleppten aus den besetzten Staaten Europas und an die sowjetischen Kriegsgefangenen, die in Sachsenhausen und in den anderen Lagern erniedrigt, misshandelt, getötet und zu medizinischen Experimenten missbraucht wurden. Wer sich mit diesen Schicksalen beschäftigt, lernt den Wert von Frieden, Freiheit und Demokratie zu schätzen“.

 

Der Ministerpräsident nannte Gedenkstätten wie Sachsenhausen „Orte des Anstoßes“. Sie machten bewusst, wie leicht demokratische Strukturen angegriffen werden können und wie schwer sei, sie zu verteidigen. Woidke: „Gedenkstätten und Gedenkorte zeigen nicht nur Unterdrückung, Barbarei und Willkür der NS-Diktatur. Sie zeigen auch, welche Handlungsmöglichkeiten der Einzelne in der Diktatur besaß und was verantwortungsvolles Gewissen bewirken kann“.

 

Woidke versicherte, die Landesregierung stelle sich auch weiterhin der Aufarbeitung der Vergangenheit, der Erinnerung an die Verbrechen der Nazis und der Würdigung der Verfolgten und Opfer. Woidke: „Das ist ein Auftrag an uns alle. Er gilt über Generationen hinweg. Er war Verpflichtung für die, die vor uns Verantwortung trugen, er gilt für uns und bleibt Auftrag für alle, die nach uns kommen.

 

Als „Modell- und Schulungslager“ in unmittelbarer Nähe Berlins nahm das KZ Sachsenhausen eine Sonderstellung im System der nationalsozialistischen Konzentrationslager ein. So wurde 1938 die Inspektion der Konzentrationslager, die Verwaltungszentrale für alle Konzentrationslager im deutschen Machtbereich, von Berlin nach Oranienburg verlegt. Zwischen 1936 und 1945 waren im KZ Sachsenhausen mehr als 200.000 Menschen inhaftiert, die nicht alle die Zeit im Lager überlebten,.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.