Hepatitis C ist heilbar

Am 28. Juli 2017 ist Welt-Hepatitis-Tag. Aus diesem Anlass hat der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) Professor Dr. med. Bertram Häussler vom IGES Institut gebeten, über die neuesten Entwicklungen bei der Hepatitis C-Behandlung zu berichten.

 

Wie Professor Häussler ausführte, hat sich in Deutschland die Arzneimitteltherapie der Hepatitis-C grundlegend zum Besseren gewandelt. Inzwischen können die Infizierten zuverlässig, nebenwirkungsfrei und innerhalb weniger Monate geheilt werden.

 

Als diese völlig neuen Arzneimitteltherapien gegen Hepatitis C zugelassen wurden, war der Kommentar vieler Krankenkassen: Das ist der finanzielle Untergang der gesetzlichen Krankenversicherung. Heute sind viele Menschen von Hepatitis-C geheilt und sowohl die Preise als auch die Ausgaben für neue Hepatitis-C-Medikamente sinken.

 

Wenn man die prognostizierte und die tatsächliche Kostenentwicklung in der Hepatitis-C-Therapie vergleicht, ist es ganz anders gekommen als von vielen vorhergesagt. Gingen öffentlich gehandelte Prognosen von Kosten in Höhe von

5 Milliarden Euro jährlich aus, wurden sie vom IGES Institut im Jahr 2015 noch auf 850 Millionen Euro geschätzt. Inzwischen sind die Kosten nach 2015 weiter gesunken, da weniger Medikamente verordnet werden mussten.

 

Eine Hepatitis-C-Erkrankung ist nicht harmlos, sondern eine schwere Krankheit. Man schätzt, dass in Deutschland rund 267.000 Infizierte leben, jedoch wird die Krankheit nur bei etwa der Hälfte diagnostiziert. Als gefährlich erweist sich dabei, dass nicht behandelte Infektionen von Hepatitis-C ansteckend sind. Unbehandelt kann die Krankheit zu Leberzirrhose und auch Leberkrebs führen. Wurden vor 2014 rund 60 Prozent der Erkrankten trotz Behandlung nicht geheilt, so sind es jetzt durch die neuartigen Medikamente 85 Prozent. Nach einer Behandlungszeit von 6 bis 9 Wochen sind die Patienten geheilt, auch geht von ihnen keine Infektionsgefahr mehr aus.

 

Natürlich müssen die Krankenkassen Behandlungskosten gegenüber Behandlungserfolgen abwägen. Wenn man aber die prognostizierte und die tatsächliche Kostenentwicklung in der Hepatitis-C-Therapie vergleicht, wurde die Kostenbelastung stark überschätzt. Nach Einführung der neuen Therapien gab es zwar sehr schnell einen steilen Anstieg der Behandlungen, weil viele Ärzte und ihre Patienten auf neue, wirksamere und verträglichere Arzneimittel gewartet hatten, danach sank der Arzneimittelverbrauch aber wieder und damit die Kosten. Lagen die Ausgaben für die Behandlung von Hepatitis C im Jahr 2015 noch bei rund

1,2 Mrd Euro, sanken sie im darauf folgenden Jahr auf 717 Millionen Euro.

 

Wesentliche Faktoren der Preisbildung sind, dass in kurzer Zeit immer mehr neue Therapien auf den Markt kamen, was zu vermehrtem Wettbewerb führte und damit zu sinkenden Preisen und steigenden Rabatten. Damit sanken die Therapiekosten zur Heilung der Hepatitis C in Deutschland.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.