ICE 4 getauft

 Zum Auftakt des Reformationsjahr 2017 wurde im Berliner Hauptbahnhof ein

ICE 4 mit dem Namen und dem Konterfei Martin Luthers enthüllt. Anwesend waren bei der feierlichen Enthüllung Prof. Dr. Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn und Prof. Gerhard Robbers, Vorsitzender des Leitungskreises „Reformationsjubiläum 2017“.

 

Dr. Rüdiger Grube führte unter anderem aus: „Wie vor 500 Jahren steht die Welt auch heute vor tiefgreifenden Veränderungen. So bewegen uns die Chancen und Risiken der Digitalisierung und des technischen Fortschritts. Sie lösen Ängste aus und geben Grund zur Hoffnung. Das Reformationsjubiläum wird Menschen aus aller Welt zusammenbringen – auch, um eine Verbindung von den revolutionären Veränderungen von damals zu unserer heutigen Welt zu ziehen. Wo könnte man sich besser auf die Veranstaltungen einstimmen und danach das Erlebte in der Gemeinschaft vertiefen, als bei der Fahrt im Zug? Und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen gute Gastgeber sein – schließlich arbeiten bei der Deutschen Bahn Menschen aller Konfessionen respektvoll zusammen“.

 

Prof. Dr. Margot Käßmann erklärt: „Die Überzeugungen der Reformatoren hatten ein grundsätzliches Ziel: Menschen denken und entscheiden selbstständig und übernehmen so Verantwortung. Martin Luther, Philipp Melanchthon und ihre Zeitgenossen hatten vor 50 Jahren noch nicht die Möglichkeit, anders als zu Fuß oder in einer Kutsche zu reisen. So blieb das Reisen oft wohlhabenden Menschen vorbehalten. Mit modernen Zügen oder anderen Verkehrsmitteln können Menschen auch über weite Räume zusammenkommen. Da ich selbst ständig mit der Bahn unterwegs bin, freue ich mich besonders, dass ein hochmoderner ICE nach Martin Luther benannt wird. Mit modernen Fortbewegungsmitteln kann das, was für fünf Jahrhunderten in Wittenberg und anderen Zentren der Reformation ausgestrahlt hat, durch die Menschen von überall her wieder dorthin zurück gebracht werden und miteinander an dem Ort der Reformation diskutiert und gefeiert werden“.

 

Prof. Dr. Gerhard Robbers sagte: „Wir freuen uns, mit der Deutschen Bahn AG für die großen Veranstaltungen im Jahr des Reformationsjubiläums einen starken Partner in allen Fragen der Mobilität gefunden zu haben. Dabei setzt die Bahn AG mit ihrem umweltfreundlichen Angebot einen grundsätzlichen Gedanken reformatorischer Überzeugungen um: Die Bewahrung der Schöpfung ist eine der wichtigen und zentralen Herausforderungen für die Zukunft. Wir wollen mit den Veranstaltungen des Reformationsjubiläums Wege in die Zukunft aufzeigen. Die Anreise auf der Schiene setzt dafür schon ein Zeichen“.

 

Höhepunkt des Reformationsjubiläums ist ein Festgottesdienst „Von Angesicht zu Angesicht“ auf den Elbwiesen südlich der Lutherstadt Wittenberg am 28. Mai 2017. Zum Festgottesdienst werden in dichtem Takt mindestens 120 Shuttle-Züge auf folgenden Strecken fahren: Berlin-Wittenberg; Halle (Saale)-Bitterfeld-Dessau-Roßlau-Wittenberg; Magdeburg-Wittenberg; Dresden-Wittenberg; Jena-Leipzig-Pratau; Erfurt-Weimar-Leipzig-Pratau. Die Bahnsteige in Wittenberg und Pratau werden dazu temporär verlängert. Die DB wird auch für die Logistik und die Gepäckaufbewahrung sorgen.

 

Für die An- und Abreise zum Festgottesdienst am 28. Mai 2017 in der Lutherstadt Wittenberg wird ein Sonderticket aufgelegt, das in den Shuttle-Zügen für eine konkret gebuchte Zugverbindung gilt. Der Verkauf startet am 1. Februar 2017.

 

In der Lutherstadt Wittenberg entsteht derzeit ein ganz neuer „Gründer Bahnhof“, der im Dezember 2016 eingeweiht wird. Er wird durch Geothermie und Photovoltaik energieautark versorgt und enthält eine Regenwasseraufbereitung.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Pres