Klimaschutz durch Biokraftstoffe

Der Internationale Fachkongress „Kraftstoffe der Zukunft“, der in diesen Tagen im City Cube in Berlin stattfindet, informierte über Marktentwicklungen, technologische Innovationen und die Zukunft der erneuerbaren Mobilität. Mehr als 500 Teilnehmer aus 30 Nationen nahmen auf Einladung von fünf Verbänden der deutschen Biokraftstoffwirtschaft an der Veranstaltung teil.

Im Verkehrssektor sollte ein deutlich höherer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden, als dies ein Vorschlag der EU-Kommision vorsieht. Das vom Europäischen Rat für das Jahr 2030 beschlossene Ziel von 27 Prozent erneuerbarer Energien würde verfehlt. Eine entschlossene Energiewende im Verkehr werde auch erforderlich sei, um eine Senkung des Treibhausgasausstoßes um 30 Prozent zu erreichen. Dazu müssten Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse einen Beitrag von

7 Prozent der Energie im Kraftstoffbereich stellen.

Artur Auernhammer, MdB und Vorsitzender des Vorstandes des Bundesverbandes Bioenergie (BBE), kommentierte den Vorschlag der EU-Kommission, der eine schrittweise Absenkung des Anteils der Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse von

7 Prozent im Jahr 2020 auf 3,8 Prozent in 2030 vorsieht, wie folgt: „Seit 2003 hat die EU-Kommission vier fundamentale Änderungen zur Biokrafstoffpolitik vorgeschlagen. Dies bedeutet alle drei Jahre eine Richtungsänderung und keine Planungssicherheit für eine neue Branche. Der erst 2015 beschlossene Kompromiss eines Anteils von 7 Prozent für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse muss über 2020 hinaus beibehalten werden. Investitionen und Arbeitsplätze in der Branche müssen geschützt werden“.

Die in Deutschland aus heimischen Rohstoffen hergestellten und zertifiziert nachhaltigen Kraftstoffe wie Biodiesel und Bioethanol senken die Treibhausgasemissionen gegenüber fossilen Benzin schon heute um durchschnittlich 70 Prozent. Sie leisten damit einen erheblichen Beitrag für mehr Klimaschutz im Verkehr.

Artur Auernhammer weiter: „Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Förderung von fortschrittlichen Biokraftstoffen aus Reststoffen und Abfällen ist richtig. Sie können aber Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse nicht ersetzen, sondern müssen einen zusätzlichen Beitrag zur Reduzierung fossiler Kraftstoffe leisten“. Der Anteil dieser neuen Kraftstoffe soll stufenweise ab 2021 von 1,5 Prozent auf

6,8 Prozent in 2030 erhöht werden. Es ist jedoch fraglich, ob diese Anteile tatsächlich erreicht werden können, denn derzeit werden diese Kraftstoffe nur in geringen Mengen erzeugt.

Die europäische Biokraftstoffwirtschaft hat eine Vorbildfunktion für die Weiterentwicklung anderer Nutzungspfade in der Bioökonomie. Sie ist darin begründet, dass Biokraftstoffe in Europa zertifiziert nachhaltig sein müssen. „Biokraftstoffe sind wegen der vorhandenen Infrastruktur derzeit die sofort verfügbare Lösung mit erheblichem Potenzial für mehr Klimaschutz im Verkehr. Und dies bei einer obligatorischen Zertifizierung der nachhaltigen Biomassenutzung“ stellte Auernhammer klar.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.