Krank im Ausland

 Viele Familien denken jetzt schon an den Sommerurlaub 2017, um noch in den Genuss von Frühbucher-Rabatten zu kommen. Aber auch wer in den nächsten Monaten Winterurlaub im Ausland macht, sollte sich vor der Abreise Gedanken über seinen Krankenversicherungsschutz machen.

„Bei der Urlaubsvorbereitung denkt kaum jemand über Unfallrisiken oder mögliche Erkrankungen nach. Dennoch ist ein guter Schutz wichtig, weil medizinische Behandlung im Ausland sehr teuer werden kann“, sagte Nils Ermert, Barmer Experte für Versicherungschutz.

Bei Reisen innerhalb Europas gehört auf jeden Fall die Gesundheitskarte ins Gepäck, die jeder gesetzlich Krankenversicherte auch beim Arztbesuch in Deutschland vorlegt. Auf deren Rückseite befindet sich die Europäische Gesundheitskarte „EHIC“. Mit ihr hat man Anspruch auf Leistungen innerhalb des Gesundheitssystems des Urlaubslandes. Für einige Staaten außerhalb der Europäischen Union, wie zum Beispiel die Türkei, gibt es spezielle Auslandskrankenscheine. Das wissen die wenigsten. Über einen solchen Auslandskrankenschein kann sich der Versicherte im Internetportal der Barmer informieren und bei Bedarfs herunterladen.

In vielen Ländern der Welt ist die medizinische Versicherung nicht so gut gesichert, wie in Deutschland. Auch gilt die Gesundheitskarte dort nicht, weshalb es ratsam ist eine zusätzliche Reisekrankenversicherung abzuschließen. In vielen Ländern wird die EHIC auch nicht akzeptiert, sondern eine Liquidation für eine Behandlung als Privatpatient erstellt. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten jedoch nur einen Teil des verauslagten Betrages. Auch wenn EHIC akzeptiert wird, fallen teilweise erhebliche Zuzahlungen an, beispielsweise für Krankenhausbehandlungen.

Bestimmte dinge, wie eine Pistenrettung per Hubschrauber oder den Rücktransport in die Heimat, dürfen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland nicht übernehmen. „Ein Rücktransport unter ärztlicher Aufsicht im Ambulanz-Flugzeug kostet schnell mehrere 10.000 Euro“, so Ermert. Vor diesen Kostenrisiken können sich Reisende nur mit einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung schützen. Die gibt es für einen Bruchteil des Reisepreises bei vielen verschiedenen Anbietern.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.