Lebensmittel schützen

In den letzten Jahren wurden in verschiedensten Lebensmitteln Spuren von mineralischen Kohlenwasserstoffen gefunden. Teilweise auch in Schokolade. Da Einträge dieser Stoffe in Lebensmittel generell unerwünscht sind, arbeiten die gesamte Lebensmittelindustrie und auch die Süßwarenindustrie intensiv daran, diese zu minimieren. Die Lebensmittelwirtschaft hat nach Bekanntwerden der Problematik zahlreiche Maßnahmen entwickelt, um den Übergang von mineralischen Kohlenwasserstoffen in Lebensmittel auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei handelt es sich nicht um „Mineralöl“, sondern um komplexe Stoffverbindungen aus der Gruppe der mineralischen Kohlenwasserstoffe. Auch umfangreiche Forschungsinitiativen der Lebensmittelwirtschaft wurden branchenübergreifend über den Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) eingeleitet.

Diverse Warentests sowie die Berichte der amtlichen Lebensmittelüberwachung zeigten sehr deutlich, dass diese Minimierungsstrategien gerade deutscher Unternehmen erfolgreich sind, insbesondere auch im Vergleich zu anderen Ländern der EU. Dies liegt daran, dass die Unternehmen in Deutschland in den letzten Jahren viel zur Minimierung dieser Stoffe getan haben – mit guten Erfolgen. Der Haupteintrag erfolgt durch mineralölhaltige Druckfarben in Recyclingskartonen und ist eine umweltbedingte „Grundbelastung“. Durch gezielte Maßnahmen wie zum Beispiel die Umstellung auf Frischfaser, den Einsatz mineralölfreier Druckfarben oder die Verwendung von geeigneten Barrieren konnten bereits viele Produktverpackungen optimiert und die Einwanderung von mineralischen Kohlenwasserstoffen während Transport und Lagerung weitgehend vermieden werden. Dies bestätigte auch ein aktueller Test von Adventskalendern, den das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am

  1. November 2016 veröffentlicht hat.

Das Lebensmittelchemische Institut (LCI) der deutschen Süßwarenindustrie hat im Juli 2016 ein dreijähriges wissenschaftliches Forschungsprojekt (2013 bis 2016) zur Minimierung von mineralischen Kohlenwasserstoffen in Lebensmitteln abgeschlossen. Die Analysen bestätigten, dass Transportkartons und Wellpappen aus Recyclingfasern, die zur Feuchtigkeitsregulierung beim Rohstofftransport beispielsweise auch zm Auskleiden von Schiffscontainern eingesetzt werden, ebenfalls eine wichtige Eintragsquelle sind. Sie können wegen des dort verarbeiteten Altpapiers Mineralölbestandteile enthalten, die ausdünsten und so in Import-Rohwaren übergehen. Auch Jutesäcke zum Transport von Rohstoffen sind teilweise Quellen von mineralischen Kohlenwasserstoff-Einträgen.

Konsens besteht in der Wissenschaft darüber, dass als Hauptursache und maßgebliche Eintragsquelle von derartigen Stoffen in der Lebensmittelkette die Verwendung mineralölhaltiger Zeitungsdruckfarben zu sehen ist. Laut Umweltbundesamt werden jährlich EU-weit mehr als 60.000 Tonnen dieser Bestandteile in den europäischen Altpapierkreislauf eingetragen. Aus Altpapier werden dann unter anderem wieder Transportkartons auch für Lebensmittel hergestellt.

„Der BDSI fordert deshalb bereits seit Jahren eine Umstellung auf mineralölfreie Druckfarben im Zeitungsdruck, um eine Haupteintragsquelle von Mineralölbestandteilen in den Recyclingkreislauf zu verschließen“, so Stephan Nießner, Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI). „Darüber hinaus sind gemeinsame Minimierungsmaßnahmen mit allen Partnern entlang des Produktions-, Transport- und Lagerungsprozesses nicht nur innerhalb der EU, sondern auch in den Herkunftsländern der Rohstoffe erforderlich und auch bereits auf den Weg gebracht worden“.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.