Nashorn unter dem Hammer

Berliner Versteigerung zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns
Er ist der letzte seiner Art und sucht auf der Online-Dating-Plattform Tinder verzweifelt nach einer passenden Partnerin. Doch die Chancen stehen schlecht für den 43-Jährigen Sudan, denn aufgrund seines fortgeschrittenen Alters und geringer Spermienzahl kommt die Fortpflanzung auf natürlichem Wege für ihn nicht mehr in Frage. Dass der betagten
Breitmaulnashorn-Bulle mit den beiden einzigen noch lebenden Damen Najin (25) und Fatu (15) für den Erhalt seiner Art Sorgen kann, ist damit nahezu ausgeschlossen.
Die letzte Hoffnung der Artenschützer ruht nun auf der Wissenschaft: künstliche Befruchtung und Leihmutterschaft sollen das Nördliche Breitmaulnashorn retten. Zur Finanzierung dieser Rettungsaktion organisiert nun das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) zusammen mit den Zoologischen Gärten von Berlin und dem tschechische Dvůr Králové Zoo eine Spendenaktion der besonderen Art. Am 5. Oktober 2017 findet im Hotel Kempinski Adlon Berlin eine Wohltätigkeits-Auktion für die Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns statt. Moderiert wird die Veranstaltung von Nina Ruge. Versteigert werden unter anderem ein Ölgemälde des ungarischen Künstlers Anton Molnár und ein 3D-Druck eines Nashornschädels aus dem Forschungslabor der Technischen Universität Berlin. „Wir freuen uns sehr, dieses wichtige Projekt unterstützen zu können“, sagt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem und erklärt, was an dieser Versteigerung so einzigartig ist: „Der Gedanke, nicht nur ein wertvolles Kunstobjekt ersteigert zu haben, sondern direkt an der Rettung des Nördliche Breitmaulnashorns beteiligt zu sein, sollte für die Mitbieter einen ganz besonderen Anreiz darstellen.“ Weitere Informationen zur Auktion: http://www.izw-berlin.de/Auktion.html Pünktlich zum Welt-Nashorn-Tag am 22. September erreichen Berlin gute Nachrichten aus Nashorn unter dem Hammer den von Zoo und Tierpark Berlin unterstützten Nashorn-Projekten in Asien und Afrika: Vietnam: Der Organisation Education for Nature Vietnam (ENV) ist es gelungen, dem Handel mit Nashorn in den vietnamesischen Medien einen Platz zu verschaffen und die Bevölkerung mit zahlreichen Kampagnen für das Thema Artenschutz zu sensibilisieren. Die Aufklärungsarbeit umfasst auch Ausstellungen und Informationsstände in Ministerien, an Universitäten und Schulen. In Rollenspielen, Wettstreits, Diskussionsrunden, Petitionen,
Social Media Kampagnen und mit der Hilfe berühmter Testimonials und Tausenden von
freiwilligen Unterstützern wird die Auswirkung des Hornkonsums in Vietnam auf die drastisch sinkenden Nashornbestände in Afrika erläutert. Kenia: In der Ol Jogi Conservancy, dem ältesten und erfolgreichsten Schutzgebiet Kenias, trägt die durch Zoo und Tierpark finanzierte Schulung der Ranger Früchte. Seit März 2015 gab es im Ol Jogi Reservat keine Verluste durch Wilderer. Das Training der Wildhüter beinhaltet den Umgang mit Waffen, die Boden zu Luft-Koordination, Umgang mit Karten und GPS aber auch die einfache und erweiterte Erste Hilfe-Ausbildung, die sich schon für viele Ranger als lebenswichtige Kenntnis erwiesen hat. Doch die Gefahr durch die Nashorn-Mafia
bleibt nach wie vor groß.

Ranger_auf_Kontrollgang_in_Kenia Foto: © Save the Rhino International

Quelle : Zoo-Berlin, weitere Infos: www.izw-berlin.de/Auktion.html