Neue Wege bei der medizinischen Versorgung

Über 200 Teilnehmer nahmen am 7. Nationalen Fachkongress Telemedizin in Berlin vom 3. bis 4. November 2016 teil, der von der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin veranstaltet wurde. Sie kamen aus der gesamten Gesundheitswirtschaft mit den Bereichen Medizin, Pflege, Wissenschaft, Medizintechnik und den Gesundheitsverwaltungen sowie den Krankenkassen.

 

Ärzte aus den Ländern Frankreich, Polen, Österreich, Spanien, Schweden und Portugal berichteten über ihre Erfahrungen mit der Telemedizin, was von den Kongressteilnehmern mit großem Interesse aufgenommen wurde, da man in Deutschland die Entwicklung der Telemedizin derzeit noch kritisch beobachtet. Inzwischen gibt es einzelne Projekte, die bereits in die Versorgung von Patienten integriert sind, insbesondere bei der Nachsorge für Schlaganfallpatienten, aber auch bei Diabetes-Erkrankungen.

 

Das im Dezember 2015 vom Deutschen Bundestag verabschiedete eHealth-Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendung im Gesundheitswesen ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, zielt aber mehr auf den Aufbau der Telematikinfrastruktur ab als auf die Umsetzung telemedizinischer Leistungen.

 

Traditionell fand am letzten Tag des Kongresses die Verleihung des Telemedizinpreises der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin statt. In diesem Jahr wurde das ausgelobte Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro aufgeteilt. Das Telemedizinzentrum Bad Kissingen mit dem Projekt „TeleView“ erhielt den ersten Preis in Höhe von 3.500 Euro. Das Projekt TeleView beweist, dass die Telemedizin es ermöglicht, auf aktuelle Probleme der Gesundheitsversorgung unmittelbar und erfolgreich zu reagieren, die insbesondere bei der medizinischen Betreuung in Flüchtlingsunterkünften auftreten.

1.500 Euro gingen an das Krankenhaus Nordwest GmbH mit seinem Brunei-Projekt „Teleneurologie – Tele-Reha – Telewissenschaft über 12.000 km: Möglich – Persönlich – Qualitätssichernd“. Das Brunei-Projekt konzentriert sich auf die neurologische Versorgung von Patienten in Brunei Darussalem (Borneo in Südostasien). Damit wird sichergestellt, dass dort jedermann Zugang zu moderner Spitzenmedizin hat. Im weiteren könnte das Projekt dazu beitragen, die medizinische Versorgung auch auf anderen medizinischen Fachgebieten in entlegenen Gemeinden in aller Welt sicher zu stellen.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.