Partnerland Botswana

 Partnerland der diesjährigen Internationalen Tourismusbörse Berlin 2017 (ITB) ist das im südlichen Afrika gelegene Botswana. Wie wichtig der Tourismus für das Land ist, unterstreicht die Tatsache, dass an der großen Eröffnungsveranstaltung der ITB der Präsident Ian Khama teilnehmen wird. Dies berichtete H. E. Khama, der Tourismusminister von Botswana.

Der Tourismus ist ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft in Botswana. Hierbei spielt die exotische Tierwelt eine große Rolle. Deshalb ist man bestrebt, sie auch zu erhalten und zu pflegen.

Botswana unterscheidet sich von allen anderen afrikanischen Ländern, erklärte der Tourismusminister. Die Prinzipien des Landes sind Transparenz, Nulltoleranz gegenüber Korruption, Erhaltung der natürlichen Ressourcen und der Kampf gegen die Wilderei. Täglich werden in Afrika 1.012 Elefanten getötet; in Botswana waren es in einem Jahr lediglich 32 Tiere. Es wird geschätzt, dass es noch 170.000 bis 220.000 Elefanten in Afrika gibt; davon lebt ein Drittel in Botswana. Die Herausforderung liegt darin, die Koexistenz von Menschen und Tieren zu sichern. Die Jagd auf Elefanten ist in Botswana v erboten, auch das Wildern konnte eingeschränkt werden.

Zum Schutz der Nashörner wurden aus den Nachbarländern bereits einige Exemplare nach Botswana umgesiedelt. In diesem Jahr ist geplant, 220 Nashörner nach Botswana zu bringen. Alle Nashörner im Land tragen einen Sender; allerdings ist die Überwachung sehr kostspielig. In Südafrika wurden im vorigen Jahr 1.012 Nashörner von Wilderern getötet, in Botswana nur eines.

In Botswana gibt es 133 Naturschutzorganisationen, die insgesamt über 35.000 Jobs geschaffen haben. Rund 10 Prozent der gesamten Bevölkerung leben vom Tourismus.

Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin, berichtete, dass Botswana bereits seit 1983 auf der ITB vertreten ist. In Halle 20 werden 39 Aussteller das Land vertreten.

Zur diesjährigen ITB sind alle 26 Hallen des Ausstellungsgeländes unter dem Funkturm voll belegt. Über 10.000 Aussteller aus 184 Ländern werden teilnehmen, davon kommen 82 Prozent aus dem Ausland. Die Hallenstruktur mußte geändert werden, weil viele Aussteller zweigeschossige Standflächen wünschen. Es wollen auch viele arabische Länder an der ITB teilnehmen. Die Länder Togo, Senegal und Andorra sind zurück. Medical Travel ist ein großes Thema; etwa 3 bis 4 Prozent der Weltbevölkerung sind in den nächsten Jahren als Medizintouristen unterwegs. Auch der Astro-Tourismus findet immer mehr Interessenten. Zum Tourismuskongress haben sich in diesem Jahr 11.460 Teilnehmer angemeldet. Wichtige Themen sind Digitalisierung und Reisesicherheit. Ein kleiner Roboter namens Pepper wird die Messebesucher begrüßen.

Seit zehn Jahren ist die Messe Berlin mit einer Reise-Veranstaltung in Singapur vertreten. Dadurch konnten 20 Prozent mehr Aussteller aus asiatischen Ländern für die ITB Berlin 2017 akquiriert werden. Um auf dem chinesischen Markt tätig zu werden, findet vom 10. bis 12. Mai 2017 zum ersten Mal eine Tourismusmesse in Shanghai statt, die komplett ausgebucht ist.

Dr. Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Tourismuswirtshaft, berichtete, dass die Deutschen nach wie vor Reiseweltmeister sind. Aber auch Deutschland wird gern besucht. Im Jahr 2016 kamen 3 Prozent mehr ausländische Gäste als in 2015.

Obwohl im vorigen Jahr die Branche von Terrorismus und Naturkatastrophen hart getroffen wurde, ist sie weltweit gewachsen. Die großen Themen sind derzeit Reisefreiheit und Reisesicherheit. Es darf keine Einschränkungen der Reisefreiheit geben, die auf einzelne Länder, Religionen oder Rassen beschränkt sind. Allerdings werden verlässliche Rahmenbedingungen für die Branche benötigt. Bürokratische Hemmnisse im Gastgewerbe sind die Arbeitszeitverordnung die Aufzeichnungspflichten, wodurch die Rentabilität der Betriebe leidet. Auch das Nachtflugverbot und die Entgelte für die Infrastrukturnutzung verursachen erhebliche Kosten für die Fluggesellschaften. Die Auswirkungen von Streiks sollten durch die Politik begrenzt werden, ohne jedoch das Streikrecht anzutasten. Dafür sollten Regelungen gefunden werden.

DRV-Präsident Norbert Fiebig berichtete, dass der Trend zur Digitalisierung sich fortgesetzt hat. Immer mehr Reiseleistungen werden über das Internet gebucht. Inzwischen ist es mehr als ein Drittel, jedoch zwei Drittel der Kunden bevorzugen die klassischen Buchungswege durch Reisebüro oder Telefon. Rund 60 Mrd Euro wurden in 2016 von den Bundesbürgern für Reisen ausgegeben, wobei die Hälfte vor Reiseantritt bei Reiseveranstaltern gebucht wurden.

Die Deutschen sind mehr verreist als 2015, aber sie haben anders Urlaub gemacht und reisten insbesondere nach Spanien mit den Balearen und Kanaren, nach Portugal, Griechenland und Kroatien. Auch Autoreisen innerhalb von Deutschland und in die Nachbarländer sind vielfach erfolgt. Starke Rückgänge mußten in 2016 die Länder Türkei, Ägypten und Tunesien verbuchen. Kreuzfahrten und Fernreisen nach Kuba, die Dominikanische Republik und Mexiko wurden stark nachgefragt. Die USA, Thailand und die Malediven waren 2016 schwächer gebucht als im Vorjahr.

Derzeit wird der Sommerurlaub gebucht. An Reisen nach Griechenland, Bulgarien oder Kroatien sowie Kreuzfahrten besteht großes Interesse. Städtereisen haben jedoch durch die jüngsten Ereignisse und Anschläge an Attraktivität verloren. Die Nachfrage für Zypern und Marokko ist gestiegen, ebenfalls für Ägypten.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.

Foto: ITB Berlin 2017 – Eröffnungspressekonferenz – Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung, Messe Berlin GmbH; Dr. Michael Frenzel, Präsident, Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft; Norbert Fiebig, Präsident, Deutscher ReiseVerband; S.E. Tshekedi Khama II, Tourismusminister, Botswana (v.l.n.r.)