Pyramide Garzau in Brandenburg

Die Pyramide Garzau ist die größte Feldsteinpyramide Deutschlands. Sie ist Teil einer Gesamtanlage, bestehend aus dem frühklassizistischen Schloss Garzau und dem zugehörigen Landschaftspark. Friedrich Wilhelm Carl Graf von Schmettau, preußischer Generalleutnant, Kartograph und Topograph (Domherr von Havelberg) legte den Park ab 1779 an. Die Pyramide entstand 1784 und hätte dem Grafen ursprünglich als Mausoleum dienen können.

Allerdings verkaufte er 1802 das Anwesen und kaufte das Schloß Köpenick. 1911 brannte der Vorgängerbau des Schlosses, das Herrenhaus Garzau, ab. Während man das Schloss neu errichtete, verfiel die Pyramide. Aufgrund ihres Anblicks nannte man das Bauwerk im Dorf die „Ritterburg“. Es wurde erst 1999 wiederentdeckt. Ein Jahr später gründete sich der Förderverein Pyramide und Schloßpark Garzau e. V., legte das Bauwerk frei und baute es in den Jahren 2000 bis 2010 überwiegend aus eigenen Mitteln wieder auf. Der Innenraum befindet sich heute weitgehend im Originalzustand.

Zentrum der Pyramide bildet der achteckige Hauptsaal mit Nischen, gelegen hinter dem kleinen Vorraum. Die obere Kuppel hatte vier Rundbogenöffnungen, die indirektes Licht in den Hauptsaal brachten. Das Portal aus hellem Sandstein bildet in Material und Struktur einen deutlichen Kontrast zum übrigen Bauwerk. Die Triglyphen und Metopen am Architrav sowie der Zahnschnitt am Tympanon sind Stilelemente antiker griechischer Tempel, ebenso die beiden Säulen.

Den oberen Abschluss des Bauwerks bildet seit 2009 ein eiserner Pavillon, zu dem die wieder aufgemauerten Rampen und Stufen an den Außenseiten führen. Von der Spitze der Pyramide reichte der Blick ehemals wegen des geringen Baumbestandes bis zu den benachbarten Dörfern. An festlichen Tagen brannte früher zur Nachtzeit ein weit leuchtendes Feuer.

Heute kann der Besucher das Bauwerk in seiner ursprünglichen architektonischen Konzeption wieder erleben. Das Schloß Garzau mit Landschaftspark wurde anstelle des ursprünglichen Herrenhauses durch den Berliner Architekten Hermann Dernburg aufgebaut. Es ist das größte Gebäude in dem kleinen märkischen Dorf.

Ziemlich lange stand das Schloß an der alten Heerstrasse leer. Aufgrund des Einigungsvertrages gehörte es dem Land Berlin. Ein Versuch der Wiedererlangung durch die Gemeinde schlug fehl. 2006 erfolgte nach 15 Jahren Leerstand der Verkauf an einen neureichen Russen, der mit der Immobilie auch nicht so recht was anzufangen wusste.

Jetzt hat es der Katanga-Antiquitätenhändler Ingo Schlieske aus Berlin gekauft. Das Antik-Kolosseum ist Lagerhalle und Verkaufsausstellung für antik Edles: Möbel, Skulpturen, Kunstgegenstände, Komplettausstattungen, Requisiten für Film und Fernsehen aus allen Epochen (www.schloss-garzau.org).

Der ab 1780 angelegte Landschaftspark war völlig verwildert und wird jetzt wieder restauriert. Die denkmalgeschützte Feldsteinkirche des Dorfes aus dem 13. Jahrhundert steht auf dem Dorfanger von Garzau. Im Innern befindet sich ein rund 100 Jahre altes Metallkreuz sowie ein Taufstein aus dem Mittelalter. Der Ort als solcher entstand durch die Ansiedlung des Zisterzienser-Ordens in der Region. gk

Kontakt: Förderverein Pyramide und Schlosspark Garzau e.V.,  Prof.Dr. Jürgen Reimann, Wasserstrasse 18, 15370 Petershagen E: post@pyramide.garzau.de

Feldstein Pyramide
Kirche Garzau
Schloß Garzau

Fotos: ©G. Knackfuss