Reiseland Brandenburg – Sommerreise 2015

Die diesjährige touristische Sommerreise von Brandenburg, führte zu einigen Sehenswürdigkeiten, die allesamt vor Berlins Haustür liegen.

Erfreulicherweise sind die Besucherzahlen in der Region im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr angestiegen, insbesondere das Havelland und die Landeshauptstadt Potsdam konnten einen Zuwachs an Gästen aus dem In- und Ausland verzeichnen, wie Dieter Hütte, Geschäftsführer der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, informierte.

Von Januar bis Dezember 2014 übernachteten fast 12 Milllionen Besucher im Land Brandenburg, was einen Zuwachs von 4,6 Prozent bedeutet. Überdurchschnittlich viele Touristen kamen aus Tschechien, Österreich und den Niederlanden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 2,7 Tage. Von der amtlichen Statistik nicht erfaßt ist der sogenannte „Graue Markt„, das heißt Übernachtungen in privaten Unterkünften oder in Betrieben unter zehn Betten.

Über zwei Millionen Touristen besuchten das Seenland Oder-Spree, jeweils über 1,5 Millionen den Spreewald, das Ruppiner Seenland, den Fläming und Potsdam. In über 10.000 Unternehmen der Tourismuswirtschaft sind zirka 60.000 Mitarbeiter beschäftigt; der Bruttoumsatz der Branche lag bei 4,3 Mrd Euro. 44 Prozent des Umsatzes wurden im Gastgewerbe erzielt; ein erheblicher Anteil im Einzelhandel und bei den Dienstleistern.

In Frankfurt / Oder wurde das Kleist-Museum besucht, das sich in der 1777 erbauten und inzwischen mehrmals umgebauten spätbarocken Garnisonschule und in dem 2013 daneben liegenden neuen modernen Museumsbau von 2013 befindet. Direkt an der Oder gelegen, verfügt es über die weltweit umfangreichste Dokumentation zu Kleist. Allerdings führte der sonst so breite Fluß sehr wenig Wasser. Die Wassertiefe betrug nur 91 cm; normal sind über zwei Meter.

Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

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 Der Direktor des des Kleist-Museums, Wolfgang de Bruyn (Foto) , gab erste Einblicke in die für Herbst 2015 geplante Kleist-Ausstellung; schließlich wurde der Dramatiker Heinrich von Kleist am 18. Oktober 1777 in Frankfurt / Oder geboren. Anschließend informierte der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen, Umweltschutz und Kultur, Markus Derling, über die touristischen Aktivitäten der Stadt und insbesondere über neue grenzüberschreitende Besuchsangebote. Slubice, die ehemalige Dammvorstadt von Frankfurt, arbeiten sehr eng auf den Gebieten Tourismus, Kultur und Wirtschaft zusammen.

Ministerpräsident Dietmar Woidke informiert sich über die geplante Kleist-Ausstellung Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

Ministerpräsident Dietmar Woidke informiert sich über die geplante Kleist-Ausstellung Foto: © Günter Meißner
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Anschließend wurde kurz das als Kopie-Bau wieder aufgebaute Bolfras-Haus besucht, in dem sich die Tourist-Information befindet, wo deutsche und polnische Mitarbeiter anzutreffen sind.

Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

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Das Bolfras-Haus am Markt wurde ursprünglich im Mittelalter erbaut und erhielt seinen Namen nach dem Syndikus der Universität Michael Bolfras, der an der Hausecke zum Markt einen Erker aus Sandstein errichten ließ.

Ministerpräsident Dietmar Woidke informiert sich über die Arbeit der Tourist-Information Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

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Am Markt befindet sich auch das Frankfurter Rathaus, ab 1253 in norddeutscher Backsteingotik erbaut. Es ist eines der größten und ältesten Rathäuser in Deutschland. Damals war Frankfurt durch Salz- und Heringshandel reich geworden. Das symbolisiert heute noch der an einer Angel aus dem Jahr 1454 hängende goldene Hering auf dem Dach des Rathauses. Im 15. bis zum 16. Jahrhundert gehörte Frankfurt der Hanse an.

Fünfschiffigen Hallenkirche St.Maren Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

Fünfschiffigen Hallenkirche St.Maren Foto: © Günter Meißner
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Frankfurter Rathaus Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

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Ein Besuch der fünfschiffigen Hallenkirche St. Marien sollte nicht versäumt werden. Sie gehört zu den größten Sakralbauten der norddeutschen Backsteingotik. Der Ursprungsbau der ehemaligen Hauptpfarrkirche der Stadt wurde nach Gründung von Frankfurt im Jahre 1253 errichtet. Die Kirche wurde 1945 durch Brandstiftung zerstört und ab 1979 schrittweise instandgesetzt. Allerdings sind die Arbeiten noch lange nicht abgeschlossen.

Begrüßung Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

Begrüßung Foto: © Günter Meißner
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Die als Beutekunst nach Rußland verbrachten und zurückgegebenen drei Bleiglasfenster der St. Marienkirche sind von einmaliger Schönheit. Die drei großen Bleiglasfenster im Stil der Gotik, die um 1367 entstanden sind, bestehen aus insgesamt 117 Bildern. Hier wird die Welt durch Bilder im Geist der damaligen Zeit erklärt. Im ersten Fenster sieht man die

 

 

Blick auf die zurückgeführten Fenster Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

Blick auf die zurückgeführten Fenster Foto: © Günter Meißner
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Schöpfungsgeschichte der Welt; das Mittelfenster (Christusfenster) stellt den Lebensweg von Jesus dar und das rechte Fenster hat die Antichristlegende zum Thema. Die Vorstellung vom nahen Ende der Welt, angekündigt durch das Erscheinen eines falschen Christus, war im 14. Jahrhundert weit verbreitet. Die drei Fenster wurden vermutlich um

Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

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1367 von Glasmalern unter böhmischem Einfluß geschaffen und von reichen Frankfurter Bürgern gestiftet. Sie waren nach 1945 jahrelang verschollen und wurden Anfang der 1990er Jahre in einem Depot der Eremitage in St. Petersburg (Leningrad) entdeckt und nach jahrelangen Verhandlungen mit Rußland 2002 zurückgegeben.

Landhaushotel Prinz Albrecht Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

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Weiter ging die Sommerreise zum Stift Neuzelle. Im Landhaushotel „Prinz Albrecht„ wurde das Mittagessen eingenommen. Das seit 1589 bestehende Gasthaus „Newe Krug vorm Closter„ erhielt seinen jetzigen Namen 1845 nach dem in Lübben stationierten Regiment Prinz Albrecht zu Ehren des Prinzen. Anschließend wurde das ehemalige Kloster Neuzelle besichtigt.

Blick auf das Zisterzienserkloster Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

Blick auf das Zisterzienserkloster Foto: © Günter Meißner
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Zisterzienserkloster Neuzelle Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

Zisterzienserkloster Neuzelle Foto: © Günter Meißner
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Der Markgraf Heinrich von Meißen stiftete 1268 das Zisterzienserkloster Neuzelle in der Niederlausitz im Gedenken an seine Ehefrau Agnes. Damals gehörte die Niederlausitz zum Königreich Böhmen, weshalb im 17. und 18. Jahrhundert vor allem Mönche aus Böhmen nach Neuzelle kamen. Es blieb eine katholische Insel als sich die Bauern der Umgebung um 1550 zum Protestantismus bekannten. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Klosteranlage schwer beschädigt, jedoch kamen die Mönche zurück. Nach dem Wiederaufbau wurden die Gebäude von italienischen Künstlern mit Fresken und Stuckaturen geschmückt. Anschließend wurde die Klosteranlage im Stil des süddeutschen Barocks gestaltet, der im Gegensatz zu den karg ausgestatteten Kirchen in Brandenburg äußerst prunkvoll ist. Nach dem Wiener Kongreß von 1815 kam die Niederlausitz, die seit 1635 zu Sachsen gehörte, zu Preußen. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. säkularisierte das Kloster und 1817 ließ es danach als Stift Neuzelle staatlich verwalten.

Nördlicher -Kreuzganf Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

Nördlicher -Kreuzganf Foto: © Günter Meißner
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Obwohl das vom Kreuzgang erreichbare Refektorium als Speisesaal für hundert Mönche angelegt wurde, waren immer nur höchstens 35 Mönche im Kloster Neuzelle. Das daneben liegende Kalefaktorium wurde als einziger Raum im Winter geheizt. Hier konnten sich die Mönche aufwärmen.

Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

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Zum Stift Neuzelle gehören auch heute noch umfangreiche Ländereien: 1.300 Hektar Ackerland und 9.116 Hektar Wald, deren Einkünfte die Finanzierung der Anlage sichern.

Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

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Im Mittelalter gehörten über 30 Dörfer mit Grund und Boden zur Klosterherrschaft, Teile der Ackerflächen liegen heutzutage auf polnischem Gebiet.

Für die Restaurierung der barocken Anlage wurden seit 1993 insgesamt 53 Millionen aus Landes- und Bundesmitteln ausgegeben. In diesem Jahr finden über 38 Veranstaltungen im Stift Neuzelle statt, wobei Hauptveranstaltung das Festival „Oper-OderSpree„ ist, das regen Zuspruch findet.

Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

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Ein Highlight ist das „Himmlische Theater„ in dem zum Museum umgebauten ehemaligen Pferdestall, das erst 1997 auf dem Dachboden der Klosterkirche entdeckt und drei Jahre lang restauriert wurde. Dabei handelt es sich um 229 der ursprünglich 242 Teile von lebensgroßen bemalten Holzskulpturen, die in fünf Bildern die Passion, das Sterben und die Auferstehung Jesu darstellen und von einem böhmischen Künstler um 1750 geschaffen wurden. Es ist eines der wertvollsten Kunstwerke in Brandenburg. Derzeit werden zwei Bilder gezeigt: Der Judaskuss und die Kreuztragung.

Passionsdarstellungen Heiligen Grab ca.1750 Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

Passionsdarstellungen Heiligen Grab ca.1750 Foto: © Günter Meißner
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In rund 12 km Entfernung liegt der Naturpark Schlaubetal, durchflossen von der Schlaube, mit dem zertifizierten Wanderweg. Wie Ellen Rußig, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree, berichtete, gab es hier früher viele Mühlen, von denen jetzt jedoch die meisten nicht mehr funktionstüchtig sind. Ein Geheimtipp ist die Mühle in Bremsdorf, die für ihre Kuchenspezialitäten bekannt ist. Eine der modernsten Jugendherberge befindet sich ebenfalls in Bremsdorf.

Einen Tag lang im Schlaubetal wandern: Von Berlin mit dem RE 1 bis Jacobsdorf fahren und anschließend die Buslinie Schlaubetal nehmen. Der Bus bringt die Besucher am gleichen Tag zurück zum Bahnhof. Mit Bad Freienwalde, Buckow in der Märkischen Schweiz und Bad Saarow liegen drei Kurorte in Märkisch Oderland bzw. im Seenland Oder-Spree, die neben Gesundheitskuren auch Wellness anbieten.

Wanderwege wie der „Oderlandweg„, der „Schlaubetalwanderweg und die „Naturparkroute Märkische Schweiz„ erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Daneben gibt es ein gut ausgebautes Radwegenetz, wie der Oderbruchbahnradweg, der zum Teil auf stillgelegten Bahntrassen angelegt wurde, der Spree-Radweg, der entlang der Spree von Berlin bis nach Sachsen führt oder der Oder-Neiße-Radweg, ein Fernradweg, der von Tschechien bis nach Ahlbeck reicht.

Burg Beeskow Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

Burg Beeskow Foto: © Günter Meißner
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Vor der Rückfahrt nach Berlin wurde in Beeskow, unmittelbar an der Spree, Rast gemacht. Die Burg Beeskow wurde erstmals 1316 urkundlich erwähnt und wird heute als Bildungs-, Kultur- und Musikschulzentrum genutzt. Beeskow wurde an dem Fernweg Frankfurt / Oder – Leipzig errichtet und hat eine weitgehend gut erhaltene Stadtmauer. Von den ehemals vier Türmen existieren noch drei. Viele Kulturveranstaltungen finden in Beeskow statt.

Für Wassersportler bieten Dahme, Spree und Oder vielfältige Möglichkeiten: Kanus und führerscheinfreie Motorboote können gemietet werden. Die Wassertourismusinitiative WISO kümmert sich um die wassertouristische Entwicklung, wobei die neu eingeführte Reduzierung der Schleusenzeiten an den Bundeswasserstraßen ein Hemmnis für die Wassertouristen ist. Erst ab 2022 sollen die Schleusen vollautomatisiert von Berlin aus gesteuert werden.

Hausboote  Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

Hausboote Foto: © Günter Meißner
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Ein wassertouristisches Informations- und Leitsystem soll in der Region eingeführt werden, schließlich gibt es an den Gewässern keine Ortsschilder. Diese Zielwegweiser werden Angaben über Standort, Zielorte mit Entfernung, Richtungsangaben und Piktogramme enthalten.

Hausboote Foto: © Günter Meißner MEDIENINFO-BERLIN

Leitsystem  Foto: © Günter Meißner
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Wasserwanderer können die „Märkische Umfahrt„ mit Übernachtungen kann beim Tourismusverband Seenland Oder-Spree gebucht werden. Der Rundkurs hat eine Länge von zirka 180 km und ist in elf Abschnitte unterteilt. Abfahrt- und Zielort ist Beeskow.

 

Ein Beitrag für MEDIENINFO-BERLIN von Edelgard Richter / Dela Press.
Die Fotos auf dieser Website sind von Günter Meißner /MIB.
Die Fotos unterliegen dem Copyright des Fotografen.