Richtfest am Deutschlandhaus

Das von 1926 bis 1935 errichtete Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof in Berlin wird als Dokumentationszentrum für die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung nach Plänen von Marte.Marte Architekten aus Feldkirch in Österreich hergerichtet. Nach dem Entwurf der Architekten werden zwei der vier Gebäudeseiten des alten Deutschlandhauses erhalten, und zwar jene denkmalgeschützten Teile, die von der Stresemann- und von der Anhalter Straße aus zu sehen sind. In diese Gebäudeteile wird ein moderner, hochfunktionaler Museumskubus integriert.

 

Dem Hauptmieter des Hauses, der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, stehen nach Fertigstellung 3.000 Quadratmeter zur Verfügung. Die Räumlichkeiten werden dann für eine Dauerausstellung, Wechselausstellungen, Lesesaal, Bibliothek, ein Archiv mit Zeitzeugenberichten sowie für Veranstaltungen, pädagogische Angebote und einem Raum der Stille für das individuelle Gedenken genutzt werden.

 

In Anwesenheit von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, der Leiterin der Abteilung Bauwesen, Bauwirtschaft und Bundesbauten im Bundesbauministerium, Monika Thomas, der Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Petra Wesseler, dem Sprecher des Vorstandes der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), Dr. Jürgen Gehb, der Direktorin der Stiftung, Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Dr. Gundula Bavendamm, sowie des Architekten Stefan Marte im Beisein von zahlreichen Bauleuten, Planern, Beteiligten und Gästen wurde am 17. Oktober 1926 der Richtkranz feierlich über dem Neubau des Deutschlandhauses aufgezogen.

 

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte unter anderem: „Mit dem Richtfest im Berliner Deutschlandhaus erreicht die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung einen weiteren wichtigen Meilenstein. Der Auftrag der Stiftung ist von großer erinnerungspolitischer Bedeutung. Grundlage bleibt die schon in der Konzeption 2012 formulierte Aufgabe an die Stiftung, schwerpunktmäßig die Darstellung von Flucht, Vertreibung und Integration der Deutschen darzustellen“.

 

Dr. Jürgen Gehb erklärte: „Mit der Umgestaltung des Deutschlandhauses erweitert die BImA ihr ohnehin breit gefächertes Liegenschaftsportfolio um ein besonders renommiertes und eindrucksvolles Gebäude“.

 

Monika Thomas führte aus: „Die Architekten von Marte.Marte haben im internationalen Architekturwettbewerb mit ihrem anspruchsvollen Entwurf überzeugt“.

 

BBR-Präsidentin Petra Wesseler sagte: „Wir freuen uns, als obere Baubehörde des Bundes dieses Projekt vom Architekturwettbewerb bis zur Übergabe an die Bauherrin betreuen zu dürfen. Im Entwurf von Marte.Marte Architekten geht das historisch bedeutsame denkmalgeschützte Gebäude eine beeindruckende Symbiose mit dem modernen Neubauvolumen ein“.

 

Architekt Stefan Marte wies drauf hin: „Durch die klare architektonische Formensprache wie auch aufgrund der inhaltlich bedeutungsvollen Arbeit wird das Dokumentationszentrum zu einem neuen Markstein im Stadtbild von Berlin“.

 

Stiftungsdirektorin Dr. Gundula Bavendamm bekräftigte: „Ich freue mich, dass heute mit dem Richtfest ein wichtiger Schritt auf dem langen und nicht immer einfachen Weg der Stiftung zu sich selbst und zu den Menschen erreicht ist, um künftig Zwangsmigrationen, Vertreibungen und Flucht als historische und gegenwärtige Phänomene an diesem Ort in der Mitte der Gesellschaft zu verhandeln“.

 

Nach starken Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Deutschlandhaus 1960 wieder aufgebaut. Als Haus der ostdeutschen Heimat war es dann ein Begegnungsort für Vertriebene und diente der Pflege der ostdeutschen Kultur. Nach Fertigstellung des jetzt errichteten Gebäudes ist die Eröffnung für das Jahr 2018 geplant.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.