Richtfest im U-Bahnschacht

img_6963Mit 250 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft feierte die BVG am 7. September 2016 das Richtfest für den U-Bahnhof Rotes Rathaus.

Seit 2013 wird an der Strecke, die vom Brandenburger Tor bis zum Alexanderplatz verlängert erden soll, gebaut. Wenn 2020 alles fertig ist, kann die U5 von Hönow, die jetzt am Alexanderplatz endet, bis zum Hauptbahnhof durchfahren.

Bevor überhaupt mit dem Bau des Bahnhofs am Rathaus begonnen werden konnte, hatten die Archäologen das Sagen. Bei Ausgrabungen in den Jahren 2010 bis 2012 wurde das mittelalterliche Rathaus von Berlin entdeckt. Die sieben Pilzkopfstützen des neuen Bahnhofs, die zwischen den Gleisen stehen, sollen an das gotische Gewölbe des alten Rathauses erinnern. Mit Skepsis hatte BVG-Chefin Sigrid Nikutta den Entwurf des Architekten Oliver Collignon betrachtet, ist jetzt aber davon genauso begeistert wie Senatsbaudirektorin Regula Lüscher.

Im Bahnhof Rotes Rathaus werden die historischen Spuren durch ein Panoramafenster sichtbar gemacht, das im Zuge der Ausbauarbeiten eingebaut wird. In die Wandverkleidungen der Bahnsteige werden Vitrinen eingelassen, hier sollen dann die bei den Ausgrabungen gefundenen Münzen, Vasen und Töpfe ausgestellt werden.

Fertiggestellt sind die beiden 120 Meter langen Bahnsteige, die unterhalb der Bahnsteigkante eine Sicherheitsaussparung auf ganzer Länge aufweisen, in die sich ein Mensch vielleicht noch retten kann, sollte er ins Gleisbett fallen. Der Bahnhof wird drei Zu- und Abgänge haben; mit dem Ausbau wird 2017 begonnen werden.

Wie auch bei anderen Bauprojekten haben sich die ursprünglich veranschlagten 433 Mio Euro durch Preissteigerungen und gestiegene Sicherheitsanforderungen auf zirka 525 Mio Euro erhöht. Michael Mülller, Regierender Bürgermeister von Berlin, sagte dazu: „Unbestritten: Es kostet viel Geld. Aber viele werden begeistert sein„.

Nach seiner Fertigstellung wird die 2,2 Kilometer lange Strecke Berliner Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden. Sie führt dann vom Hauptbahnhof durch das Regierungsviertel zum Brandenburger Tor, am rekonstruierten Berliner Stadtschloss vorbei, durch die Museumsinsel und das Nikolaiviertel. Die zwei weiteren Bahnhöfe „Unter den Linden„, der im Kreuzungsbereich Unter den Linden/Friedrichstraße liegt und die U6 kreuzt, und der Bahnhof Museumsinsel müssen noch gebaut werden.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.
Fotos: gm