Risiko für den deutschen Export

Die Nachfrage nach deutschen Produkten blieb auch im vergangenen Jahr auf

hohem Niveau. Für das Jahr 2017 rechnet der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) mit einem Wachstum der Ausfuhren von bis zu 2,5 Prozent mit einem Wert von rund 1.235 Mrd Euro. Doch es bestehen Unsicherheiten: Die Flüchtlingskrise, Kriege in Nah- und Mittelost sowie in Nordafrika, die Bedrohung durch den Terror des „Islamischen Staates“, der Brexit in Großbritannien und der Umgang mit einer immer autokratischer regierten Türkei. Inzwischen ist mit der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump ein ganz spezielles Problem für die Weltgemeinschaft hinzugekommen.

Dazu Anton F. Börner, Präsident des BGA: „Viele der Ankündigungen Trumps lassen sich jedoch ohne Regelbruch kaum realisieren. Sollte Präsident Trump dennoch diese roten Linien austesten wollen gilt es gemeinsam, also Politik und Wirtschaft, stark aufzutreten und harte Antworten zu formulieren“. Trump beeindruckt nicht die Meinung von Politkern oder Medien, sondern die Entwicklung der Börsenkurse. Die die Altersversorgung von Millionen Rentnern in den USA hängt von der Entwicklung der Börsenkurse ab, so dass sich jeder amerikanische Rentner am Kurszettel über die Höhe seiner Rente informieren kann, ob er gewinnt oder verliert.

Börner ist der Meinung, dass die Einführung von „America first“ als Staatsräson sowie die angekündigten Alleingänge der USA in der Handelspolitik für die Mitgliedstaten der EU der Anlaß sind, wieder enger zusammen zu rücken. Börner: „Ich warne davor, Präsident Trump nicht ernst zu nehmen. Deutschland muss Allianzen schmieden mit exportstarken Unternehmen in den USA, politisch und wirtschaftlich in Europa, mit Asien, mit Lateinamerika und Kanada. Wir müssen hart und ganz selbstbewusst auftreten“. Auf jeden Fall müssen Politik und Wirtschaft Präsident Trump ernst nehmen.

 

Viele Hunderttausend Arbeitsplätze in Deutschland hängen davon ab, dass europäische Unternehmen ihre Produkte in den USA verkaufen können und dass US-amerikanische Unternehmen in Europa investieren. Der von dem neuen Präsidenten in Aussicht gestellte Protektionismus ist ein Risiko für die US-Wirtschaft und auch für deutsche Unternehmen. Mit seiner Ankündigung, Importe aus China mit einem Zoll von 45 Prozent zu belegen, spielt der US-Präsident bewusst mit dem Risiko eines Handelskrieges, der auch negative Auswirkungen für deutsche Exporte hätte. Sollte sich das Wirtschaftswachstum in China merklich verschlechtern, würde die Nachfrage nach deutschen Gütern zurückgehen.

 

Den Unternehmer Trump kann nur eines beeindrucken: Ein gnadenloser Wettbewerb, schließlich ist er angetreten, um die USA wie ein Wirtschaftsunternehmen zu führen.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.