Schutzimpfungen müssen sein

Die Europäische Impfwoche wird in jedem Jahr im April in Europa begangen. Daher macht die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände darauf aufermsakm, dass immer weniger Kinder und Erwachsene in Deutschland gegen Masern geimpft werden.

 

2016 wurden nur noch 1,9 Millionen Impfdosen im Wert von 122 Mio Euro von den Apotheken an die Ärzte zur Impfung ihrer kleinen und großen Patienten abgegeben (inklusive Kombinationsimpfstoffen mit Mumps, Röteln und Windpocken). Das entspricht einem Rückgang von mengenmäßig 18 Prozent und wertmäßig von 14 Prozent.

 

Nach einer breiten öffentlichen Impfdebatte infolge eines Masernausbruchs vor zwei Jahren in Berlin war dagegen 2015 ein 49prozentiger Umsatzanstieg auf 142 Mio Euro sowie ein46prozentiger Absatzanstieg auf 2,3 Millionen Impfdosen zu verzeichnen gewesen. Dies ergaben Berechnungen des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) zu Beginn der diesjährigen Europäischen Impfwoche, die unter dem Motto „Impfungen wirken“ steht.

 

„Jede Impfung zählt, den „Impfungen wirken“ jederzeit und überall“, sagte Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Die Durchimpfungsraten bei Kinderkrankheiten wie Masern sind auch in Deutschland längst noch nicht ausreichend und müssen deshalb weiter erhöht werden. Wer sich gegen Masern und andere Kinderkrankheiten impfen lässt, schützt sich selbst, seine Familie und letztlich auch die gesamte Bevölkerung vor Infektionen,., Der Masernausbruch vor zwei Jahren hatte offenbar nur eine kurzfristige positive Wirkung auf die Impfbereitschaft. Ziel muss es jedoch sein, eine dauerhaft hohe Impfquote in allen Altersgruppen zu erreichen“. Arnold sagte weiter: „Die Apotheken stehen jederzeit als lokale Partner für Informationsangebote zum Impfen bereit“.

 

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gibt mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr für Impfstoffe (einschließlich Mehrwertsteuer) aus. Sie werden in der Regel als Sprechstundenbedarf auf einem rosa Rezept verordnet. Viele Schutzimpfungen, wie z. B. gegen Masern, gehören seit 2007 zum Pflichtleistungskatalog der GKV. Bei Grippeimpfungen erfolgt die Kostenübernahme inzwischen nur für Risikogruppen wie beispielsweise Schwangere oder Senioren, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) benannt werden. Reise-Impfungen werden von einigen Kassen auch als Satzungsleistung bezahlt.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.