Sexuelle Gewalt als Psycho-Thriller

Am 13. Februar 2017 um 22.15 Uhr ist der Spielfilm „Die Jagd“ im Montagskino des ZDF zu sehen. Vorwürfe, er habe ein Mädchen sexuell missbraucht, ruinieren das Leben von Lucas (Mads Mikkelsen). In dem Psycho-Thriller „Die Jagd“ sieht er sich hilf- und machtlos den Gerüchten ausgeliefert, die die Runde in seinem kleinen Wohnort machen. Er selber bezieht keine Stellung dazu, weil er weiß, dass er unschuldig ist. Aber seine Mitmenschen interpretieren sein Schweigen als Schuldeingeständnis.

 

Was es heißt, mit dem Stempel eines sexuellen Straftäters gebrandmarkt zu sein und welche schwerwiegenden Folgen des für die Betroffenen hat, zeigt im Anschluss um 00.00 Uhr die Dokumentation „Falscher Verdacht – Unschuldig und doch bestraft“ von Manfred Karremann.

 

Ein neuer Job im Kindergarten, eine neue Beziehung – das klingt zunächst positiv. Doch das Leben von Lucas nimmt eine schrecklich Wende, die ausgerechnet von Klara (Annika Wedderkopp), der Tochter seines besten Freundes Theo (Thomas Bo Larsen), ausgelöst wird. Sie himmelt den besten Freund ihres Vaters an, schenkt ihm selbstgebastelte Herzen und gibt ihm sogar einen Kuss auf den Mund. Als Lucas sie vorsichtig zurückweist, ist Klara gekränkt. Das Kind erzählt der Kindergartenleiterin Grethe (Susse Wold), Lucas habe ihr ein Herz geschenkt und ihr sein Geschlechtsteil gezeigt. Grethe reagiert entsetzt, obwohl sie weiß, dass Klara eine blühende Phantasie hat, und suspendiert Lucas. Damit löst sie eine verhängnisvolle Kette von Ereignissen aus, die alles nur schlimmer machen. Wenige Stunden später wissen nicht nur Klaras Eltern, sondern auch das gesamte Kollegium sowie nach einem Elternabend fast die ganze Nachbarschaft über den vermeintlichen Vorfall Bescheid, ohne dass jemand auch nur die geringste Ahnung hat, was tatsächlich passiert ist. Von diesem Zeitpunkt an beginnt eine schier unglaubliche Hexenjagd auf den unschuldigen Mann – mit weitreichenden Folgen.

 

Der Regisseur des Films Thomas Vinterberg erklärte zu dem Thema „Was wir erzählen, ist Phantasie, Fiktion. Es gibt aber ähnliche Fälle, die auch dokumentiert sind. Egal in welches Land Sie schauen: Kinder erzählen ähnliche Geschichten. Keine Ahnung, wo das herkommt. Wir haben uns dann aber schnell von der Wirklichkeit gelöst. Das sehen Sie schon daran, dass keine Rechtsanwälte und so gut wie keine Polizisten mitspielen. Es sollte um Größeres gehen, auch um die Chance auf Vergebung“.

 

Der Hauptdarsteller Mads Mikkelsen ist der erfolgreichste Schauspiel-Export aus Dänemark. 1,83 Meter groß, blond, 51 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder und aufgrund seiner ebenso charismatischen wie kantigen Gesichtszüge mehrfach zum sexiesten Mann Dänemarks gewählt. Vor seinem Filmdebüt arbeitete er jahrelang als Tänzer und tourte mit dem Musical „Chicago“ durch Dänemark. Körperlich hervorragend fit, macht er die meisten seiner Stunts selbst. Der internationale Durchbruch kam 2006 mit der Rolle des Bond-Bösewichts „Le Chiffre“ in „Casino Royale“. Durch eine Vielseitigkeit verkörperte er schon viele verschiedene Rollen. Für seine Darstellung in „Die Jagd“ erhielt Mikkelsen auf dem Filmfestival in Cannes die Goldene Palme als Bester Hauptdarsteller.

 

Im Interview mit der „NRZ“ sagte Mikkelsen: „Ruhm lässt sich in dieser Branche nicht vermeiden, er gehört zum Erfolg dazu. Jeder Schauspieler möchte möglichst viel Publikum. Für mich war Ruhm allerdings nie ein Ziel oder der Grund, Schauspieler zu werden. Ich wollte gute Filme machen und Dinge, die mir gefallen. Der Ruhm hat sich dann eben auf diesem Weg ergeben. Wobei das Berühmtsein sich in den letzten 20 Jahren sehr gewandelt hat Heute kann es jeder zu Ruhm bringen, wenn er auf YouTube die richtigen Grimassen schneidet“.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.