Sozialverträglich bauen

Zum „Tag der Bauwirtschaft“ am 10. November 2016 erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW: „Deutschland braucht in der nächsten Legislaturperiode ein eigenständiges Bundesbauministerium. Denn Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und digitale Infrastruktur haben in den vergangenen drei Jahren so enorm an Bedeutung gewonnen, dass sie gebündelt auf oberste staatliche Ebene gehören“. Die Herausforderungen mit dem Ziel für gutes und bezahlbares Wohnen können nur so bewältigt werden. „Alle politischen Ankündigungen der vergangenen Monate haben nicht zum erhofften Ziel – ausreichend bezahlbarer Wohnraum in Wachstumsregionen – geführt. Bis August 2016 wurden in diesem Jahr rund 245.000 Wohnungen genehmigt. Damit werden wir Ende des Jahres immer noch meilenweit von den 400.000 Wohneinheiten entfernt sein, die pro Jahr zusätzlich gebraucht werden“.

 

Gedaschko forderte eine zügigere Baulandvergabe, mehr Personal in den Ämtern und eine bundeseinheitlichere Musterbauordnung. Schließlich haben sich die Bauvorschriften seit 1990 von 5.000 auf nunmehr 20.000 vervierfacht, die außerdem noch regionale Unterschiede aufweisen. Das kostet Geld! Die Baukosten sind seit dem Jahr 2000 um 60 Prozent gestiegen, die Einkommen seit 2014 jedoch nur um 25 Prozent. Zudem müsste die KfW-Bankengruppe ihre Förderpolitik so ändern, dass nicht die teuersten Modernisierungsmaßnahmen am stärksten gefördert würden, sondern diejenigen mit dem besten Kosten-Nutzen-Effekt für die Mieter.

 

Um schnell und preisgünstig bauen zu können, forderte der GdW-Präsident die Bürokratie abzubauen, ein Eilverfahren für Baugenehmigungen, die AfA zu erhöhen, Typen-Häuser zu genehmigen und die Grunderwerbssteuer nicht ständig zu erhöhen. Zudem sollten die Entscheidungen durch die Bündelung der verschiedenen Bereiche, wie Bau, Verkehr, Umwelt, Wirtschaft und Finanzen, bei einem Bundesministerium erfolgen. Er stellte in diesem Zusammenhang fest, dass im Rahmen der Klimaschutzvorschriften die CO2-Einsparungen sozialverträglich sein sollten, denn durch die energetische Sanierung würden günstige Wohnungen wesentlich teurer und damit für weite Kreise der Bevölkerung unbezahlbar.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press