Süßwarenindustrie nur gedämpft optimistisch

Auf eine positive Entwicklung bei Absatz und Umsatz blickt der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. (BDSI) im Jahr 2016 zurück. Doch ein harter Konkurrenzdruck im nationalen Wettbewerb, Unsicherheiten im internationalen Wettbewerb, immer mehr staatliche Regulierung und weiterhin hohe Rohstoffkosten belasteten die Ertragslage vieler der über 200 industriellen Hersteller deutscher Süßwaren und Knabberartikel.

Auf besonders hohem Niveau lagen im Jahr 2016 die Preise für Kakaobutter. In der zweiten Jahreshälfte 2016 stiegen zudem die Preise für Butter, Vollmilchpulver und Zucker deutlich an. Auch die Preise für Kakaobohnen lagen merklich über dem langjährigen Preisniveau. Ein Grund für diese Entwicklung war die anhaltend hohe Nachfrage, vor allem in Asien.

Die deutsche Süßwarenindustrie beschäftigte als viertgrößte Branche in der Ernährungsindustrie im Jahr 2016 rund 50.000 Mitarbeiter. Sie ist in allen Regionen Deutschlands ein bedeutender und stabiler Arbeitgeber und leistet einen wichtigen Beitrag für Wohlstand und Beschäftigung. Doch die wirtschaftlichen Herausforderungen nehmen zu. Das sind die sich ständig ändernde Situation auf den wichtigen Rohstoffmärkten, die starke Handelskonzentration und die weiter zunehmenden bürokratischen Anforderungen für die Unternehmen.

Die deutsche Süßwarenindustrie gehört zu den besonders innovativen Branchen und wird auch in diesem Jahr eine große Vielzahl von Produktneuheiten auf der Internationalen Süßwarenmesse in Köln vorstellen. Im Trend liegt die Neuentdeckung der sogenannten Klassiker, also die seit vielen Jahren oder Jahrzehnten bestehenden Traditionsprodukte, häufig hergestellt nach Originalrezepturen. Im Trend liegen auch Kombinationen von süß/sauer oder süß/salzig oder auch Schokolade und Keks sowie Speiseeis und Kuchenstückchen.

Es gibt ein Angebot von unterschiedlichsten Produkten. Hierzu gehören zuckerfreie oder zuckerreduzierte bzw. fettreduzierte oder Halal-Süßwaren sowie Produkte, die für vegetarische oder vegane Ernährung geeignet sind. Im Trend liegen für 2017 insbesondere kleinstückige Verpackungen, einzeln verpackte Produkte für den Genuss unterwegs, aber auch wieder verschließbare Verpackungen.

Seit über 40 Jahren ist die deutsche Süßwarenindustrie Exportweltmeister mit einer Menge von rund 50 Prozent der Produktion. Rund 80 Prozent aller Süßwarenausfuhren gehen in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die zunehmende Unsicherheit in dem für die Branche wichtigen Exportgeschäft bereitet natürlich Sorge. Das Geschäft mit Großbritannien ist durch den Brexit mit großen Unsicherheiten behaftet. Rund 5 Prozent der in Deutschland produzierten Süßwaren mit einem Exportumsatz von rund 770 Mio Euro wurden 2016 in das Vereinigte Königreich exportiert. In den USA, dem für die deutsche Süßwarenindustrie wichtigsten Drittlandsmarkt, ist eine Tendenz zum Protektionismus der heimischen Unternehmen festzustellen. Zudem erwartet die Branche, dass die Herausforderungen für die exportierenden Unternehmen durch bürokratische Hemmnisse und starke Währungsschwankungen im Jahr 2017 weiter nehmen werden. Deshalb ist man zu Jahresbeginn nur gedämpft optimistisch.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Ri