Tolerante Menschen sind glücklicher

Der von der Deutschen Post zum sechsten Mal in Folge herausgegebene Glücksatlas untersuchte, wie zufrieden oder unzufrieden die Deutschen mit ihrer Arbeit, ihrer Gesundheit und in vielen anderen Bereichen sind. Wo lebt man in Deutschland glücklicher?

 

Wie Professor Dr. Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, erklärte, sind die Menschen in Westdeutschland gegenüber 2015 ein kleines bißchen glücklicher geworden, während man dies von Ostdeutschland nicht sagen kann. Am glücklichsten sind die Menschen in Schleswig-Holstein, danach folgen die Franken. Knapp dahinter kommt Niedersachsen, Baden, Hessen und Hamburg. Von den ostdeutschen Regionen sind die Thüringer am zufriedensten. Als letzte Region nimmt Mecklenburg-Vorpommern Rang 19 als unzufriedenste Region ein; Berlin liegt auf Platz 14 und Sachsen auf Platz 15.

 

Zusammen mit den Daten des IfD Allensbach und denen des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Das jährlich seit 1984 die Lebenszufriedenheit mißt, erstellte Professor Raffelhüschen das Glücksranking der Regionen.

 

Woraus resultiert Zufriedenheit? Als ganz wesentlich wird die Gesundheit genannt. Auch die Gemeinschaft mit anderen Menschen trägt zur Zufriedenheit bei. Am zufriedensten sind Witwen und Geschiedene mit einem neuen Partner. Sehr unzufrieden sind Alleinlebende. Zufriedenheit im Beruf gehört ebenfalls zum Glück dazu. Aber auch Geld. Wenn es allein auch nicht glücklich macht, wie der Volksmund sagt, so kann man sich dafür doch Gesundheit kaufen.

 

Neben den Unterschieden bei der Lebenszufriedenheit untersuchte der Glücksatlas 2016 auch den Einfluss der „kulturellen Vielfalt“. Es stellte sich heraus, dass Menschen umso zufriedener sind, je mehr sie mit kultureller Offenheit und Toleranz durchs Leben gehen. „Für zwei Drittel der Deutschen stellt kulturelle Vielfalt eine Bereicherung dar“, sagte Jürgen Gerdes, Mitglied des Vorstands Deutsche Post AG, Ressort Post – eCommerce – Parcel. „Der Anteil an Migranten beträgt derzeit 20 Prozent. Dreiviertel aller Deutschen sagen, dass Deutschland ein tolerantes Land ist, wobei in Ostdeutschland die kulturelle Offenheit kritischer beurteilt wird. Allerdings sehen knapp 50 Prozent der Deutschen das Gelingen der Integration skeptisch“.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.