Transparenz bei der Forschung

Die Pharmaindustrie ist daran interessiert, die Ausgaben für Leistungen an Ärzte und Institutionen für die Durchführung von klinischen Studien und Anwendungsbeobachtungen für jedermann transparent zu machen. Aus diesem Grund stellte der Verband der forschenden Pharma-Unternehnen (vfa) in Berlin zum zweiten Mal den Transparenz-Kodex vor, der die Zahlen aus dem Vorjahr wiedergibt. Danach wurden ca. 356 Mio Euro für die Zusammenarbeit im Bereich der Forschung, ca. 105 Mio Euro für Fortbildung und Vorträge und ca. 101 Mio Euro für die Unterstützung von Veranstaltungen (unter anderem Kongresse) und Institutionen, ausgegeben. Rund 70.000 Ärzte kooperieren mit den Unternehmen der Pharmabranche. Das Ziel ist, eine bestmögliche Behandlung der Patienten zu erreichen.

 

Wie der Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA), Dr. Holger Diener, ausführte, „ist Transparenz die unabdingbare Voraussetzung für ein gutes Verhältnis zwischen Arzt und Patient. Sie schafft Vertrauen und bekämpft Misstrauen. Vertrauen ist die Grundlage für jede Zusammenarbeit. Für den Patienten ist aber insbesondere das Vertrauen in die optimale Behandlungsentscheidung seines Arztes notwendig – und dies zu Recht!“

 

Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des vfa, erläuterte: „Wir wollen Offenheit schaffen, Einblick gewähren und Wissen teilen. Das ist nötig, um in Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten eine immer bessere Medizin zu entwickeln und Patientinnen und Patienten in den Stand zu versetzen, eigene Urteile zu bilden und Entscheidungen zu treffen“.

 

Mit Bedauern stellte Fischer fest, dass es nicht gut ist, wenn Ärzte, die ihre Teilnahme offenlegen, an den Pranger gestellt werden. Aus diesem Grund nehmen inzwischen viele Ärztinnen und Ärzte von einer namentlichen Veröffentlichung Abstand. Waren im Vorjahr noch ein Drittel damit einverstanden, ist es jetzt nur noch ein Viertel.

 

Nur wenige der Patienten wissen, dass Ärzte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung neuer Arzneimittel haben. Ärzte führen in Schwerpunktpraxen und in Kliniken Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten durch. Das ist mit erheblichem Aufwand für Personal und Infrastruktur verbunden. Dafür erhalten Ärzte und Kliniken Geld der forschenden Pharma-Unternehmen. Diese Leistungen werden von der Pharmaindustrie im Rahmen einer Selbstverpflichtung im Transparenzkodex veröffentlicht.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.