Unterschriftenaktion der Apotheker

 Das letzte Drittel der auf siebzig Tage angelegten Unterschriftenaktion zum Erhalt der flächendeckenden Arzneimittelversorgung in Deutschland bricht an: Schon seit 20.

 

Dezember 2016 und noch bis 1. März 2017 bitten Deutschlands Apotheken ihre Patienten um Unterstützung für den Fortbestand des Apothekerwesens, das nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Gunsten ausländischer Versandhändler im Herbst gefährdet ist.

„Tausende Kolleginnen und Kollegen sprechen täglich mit ihren Patienten und sammeln Unterschriften. Sie erfahren bei viel positive Resonanz. Die Patienten haben Vertrauen in die Apotheke und dokumentierend das auch mit ihrer Unterschrift“, sagte Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

„All diejenigen, die noch nicht unterschrieben haben, bitte ich: Machen Sie mit, gehen Sie in die Apotheke, unterschreiben Sie! Auch Sie profitieren davon, selbst wenn Sie die Dienste von Apotheken nur selten in Anspruch nehmen müssen. Wenn Sie das nächste Mal nachts dringend ein Medikament benötigen und wir für Sie da sind, werden Sie es merken. Wenn es für Ihre Therapie keine Fertigarzneimittel gibt und wir eine Rezeptur speziell für Sie herstellen, werden Sie froh sein!“

Der Europäische Gerichtshofe in Luxemburg hatte am 19. Oktober 2016 entschieden, dass ausländische Versandhäuser sich nicht mehr an die hiesige Arzneimittelpreisverordnung halten müssen, wenn sie Patienten in Deutschland mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln versorgen. Zu Lasten der Versichertengemeinschaft bieten diese nun einzelnen Patienten Boni für Rezepte an und entfachen einen Preiswettbewerb, der den Fortbestand gerade kleiner Apotheken am Stadtrand und auf dem Land gefährdet.

Zur Sicherung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung hat das Bundesgesundheitsministerium deshalb im Dezember 2016 einen Gesetzentwurf vorgelegt, der den Versandhandel mit ärztlich verordneten Medikamenten verbieten soll, wie dies bereits in 21 von 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union geltende Rechtslage ist. Noch hat der Entwurf aber im Bundestag keine gesicherte Mehrheit. Mit der Unterschriftenaktion im Rahmen der Kampagne „Gesundheitssystem in Gefahr!“ stellen sich Patienten und Apotheker hinter das Gesetzesvorhaben.

Täglich versorgen die 20.000 Apotheken in Deutschland rund 3,6 Millionen Menschen. Jeden Tag werden 250.000 Botendienste erbracht; jede Nacht leisten 1.300 Apotheken ihren Notdienst.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.