Verzehr gleich geblieben

Die deutsche Süßwarenindustrie ist eine stabile Branche mit rund 50.000 Beschäftigten, deren Anzahl sich in den letzten Jahren auch nicht verändert hat. Wie Stephan Nießner, Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI),

Stephan Nießner
Foto: © Günter Meißner

anläßlich der Jahrespressekonferenz in Berlin mitteilte, vertritt der Bundesverband 200 Mitgliedsfirmen, die überwiegend mittelständisch geprägt oder Familienbetriebe sind.

Im Jahr 2016 konnten diese Betriebe eine leichte Steigerung ihrer Produktion erzielen, deren Wert um etwa 3,5 Prozent auf rund 12,28 Mrd Euro stieg. Von der Jahresproduktion in Höhe von rund 4,0 Mio t wurden etwa 2,05 Mio t Süßwaren und Knabberartikel exportiert. Damit lag der Exportumsatz im Jahr 2016 bei rund 7,99 Mrd Euro. Jede zweite Tonne deutscher Süßwaren geht damit in den Export, allerdings verbleiben etwa 80 Prozent dieser Menge in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, obwohl Großbritannien mit einem Exportumsatz von 770 Mio Euro der drittgrößte Abnehmer ist.

In den einzelnen Sparten wie Schokoladewaren, feine Backwaren, Bonbons und Zuckerwaren, Knabberartikel und Kaugummi konnte jeweils ein leichter Zuwachs verzeichnet werden.

v.l.n.r. Klaus Reingan, Stephan Nießer Foto: © Günter Meißner

Ihr Jahr 2016 lag der Anteil an nachhaltig erzeugtem Kakao in den in Deutschland verkauften Süßwaren bei 45 Prozent. Es ist ein wichtiger Rohstoff für die Süßwarenindustrie, der in den afrikanischen Staaten in der Regel von Kleinbauern angebaut wird und häufig deren Haupteinnahmequelle ist. Die deutsche Süßwarenindustrie engagiert sich seit Jahren intensiv für einen nachhaltigen Kakaoanbau und hat inzwischen dabei große Fortschritte gemacht. Im Sommer 2015 wurde das Projekt „Pro-Planteurs“ gestartet. Es ist das gemeinsame Projekt des vom BDSI mitgegründeten „Forums Nachhaltiger Kakao“ mit der Regierung der Republik der Elfenbeinküste in Westafrika.

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Süßwaren, Knabberartikeln und Markeneis lag im Jahr 2016 in Deutschland bei etwa 32,71 Kilogramm im Wert von 97,90 Euro. Die Verbrauchsmenge ist seit Jahren in etwa gleich geblieben, weshalb das von Ärzten beklagte Übergewicht vieler Deutsche nicht nur auf den Verzehr von Süßwaren zurückgeführt werden kann. Übergewicht hat viele Ursachen, weshalb ein insgesamt gesunder Lebensstil ratsam ist. Weder mit dem Verbot zum Verzehr von Süßigkeiten, noch der Einschränkung der Werbung dafür, wird das Problem nicht gelöst.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.