Vogelgrippe in Berlin

Im Berliner Zoo und im Tierpark Friedrichsfelde werden wegen der in Deutschland aufgetretenen Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt, Vorsichtsmaßnahmen ergriffen.

Nachdem das Bezirksamt Lichtenberg von Berlin am 15. November 2016 für alle Geflügelhalter angeordnet hat, ihre Tiere in Ställen unter zu bringen, gilt dies auch für Zoo und Tierpark. Ziel der Stallpflicht ist es, den Kontakt mit möglicherweise bereits infizierten Wildvögeln zu vermeiden.

Zoo und Tierpark Berlin hatten bereits in der vergangenen Woche, nach dem Auftreten der ersten Fälle von Vogelgrippe in Deutschland vorsorglich damit begonnen, die Vögel in ihre Stallungen z bringen. In vielen Fällen stand sowieso der Umzug der Tiere in ihr Winterquartier an.

Da dies nicht das erste Mal ist, dass die Vogelgrippe in Deutschland auftritt, gibt in Zoo und Tierpark bereits seit einigen Jahren routinemäßige Maßnahmen in einem solchen Fall. Für jede Einrichtung besteht ein gesonderter Notfallplan, da die örtlichen Gegebenheiten und der Tierbestand individuell berücksichtigt werden müssen. Darin ist enthalten, welche Tiere wohin gebracht werden und unterteilt die Parks in verschiedene Bereiche der Vogelhaltung. Auch das Vorgehen beim Nachweis einer Infektion kann unterschiedlich sein und ist dort festgelegt.

Da die Tiere in Zoos – anders als beispielsweise in großen Geflügelmastbetrieben – nicht in einer großen Gruppe, sondern in unterschiedlichen Bereichen ohne direkten Kontakt, gehalten werden, müssen selbst bei der Diagnose eines Falle von Vogelgrippe nicht zwingend die kompletten Bestände getötet werden, wie es bei der Massentierhaltung von Nutzgeflügel der Fall ist. Dies ist jedoch eine Entscheidung, die im Einzelfall von den zuständigen Amtsveterinären getroffen wird.

Die jetzige Situation bedeutet für den Zoo, dass ab sofort die beiden Freiflughallen in der „Welt der Vögel“ für Besucher vorübergehend nicht zugänglich und Vögel wie Pelikane und Flamingos nicht zu sehen sind. Wie im Zoo wurden auch im Tierpark die Vögel den örtlichen Gegebenheiten entsprechend in ihre Stallungen gebracht. Die Tropenhalle im Alfred-Brehm-Haus ist ab sofort für Tierpark-Besucher geschlossen. Auch die Krokodilhalle, in der unter anderem Krähenstirnvögel leben, wird für die Besuche geschlossen bleiben.

Die Vögel, die auf den Teichen oder Anlagen noch zu sehen sind, wie Enten oder Graureiher, sind überwiegend freifliegende Wildvögel und somit nicht im Zugriff von Zoo und Tierpark.

Dr. Andreas Knieriem, Zoo- und Tierparkdirektor, erklärte: „Selbstverständlich nehmen wir die amtliche Anordnung sehr ernst und versuchen, je nach Möglichkeit, alle Vögel in Stallungen unter zu bringen. Zum Glück besteht für Menschen und somit für unsere Zoo- und Tierparkgäste keine Bedrohung“.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.