Wasser ist lebenswichtig

Zur Jahrespressekonferenz war auch die Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Ramona Pop, gekommen. Sie wies darauf hin, das gerade Landesunternehmen, wie die Berliner Wasserbetriebe, eine zentrale Rolle in der Stadt haben. Insbesondere die Wasserbetriebe sind ein sehr innovatives Unternehmen. So werden die vier Klärwerke bis zum Jahr 2027 die Reinigungsstufe 4 erhalten. Mit dem Ausbau wurde in Berlins zweitgrößtem Klärwerk in Waßmannsdorf bereits begonnen. Bei der Verlegung von Rohren wird smarte Technik eingesetzt, d.h. die Rohre werden möglichst grabenlos unter die Erde gebracht. Bei der gleichen Bezahlung von Männer und Frauen und auch bei der Beschäftigung von Flüchtlingen nehmen die Berliner Wasserbetriebe eine Vorreiterrolle ein. Die größte Herausforderung ist allerdings die wachsende Stadt. Die Menschen benötigen mehr Trinkwasser und auch die Abwassermenge erhöht sich.

 

Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe, berichtete, dass 3,6 Millionen Berliner mit Wasser versorgt werden. Insgesamt wurden 210 Mio cbm Trinkwasser verkauft, ein Plus von 6,7 Mio cbm gegenüber 2015, und 222,4 Mio cbm Abwasser wurden gereinigt, das sind 8,8 Mio cbm mehr als im Vorjahr. Der Umsatz betrug im Jahr 2016 insgesamt 1.153,9 Mio Euro, was einer Zunahme von 9,9 Prozent gegenüber 2015 entspricht.

 

Die Berliner Wasserbetriebe sind mit 4.355 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in der Stadt; der Frauenanteil beträgt 31 Prozent. Junge Flüchtlinge aus dem Iran und aus Afghanistan werden auf eine Ausbildung vorbereitet. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten beträgt 49,9 Jahre, weshalb ein Konzept erarbeitet wurde, das dem demografischen Wandel Rechnung trägt. In den kommenden Jahren sind Hunderte Neueinstellungen geplant. Um die wachsenden Investitionen sichern zu können, sucht das Unternehmen stärker denn je nach Azubis und Fachkräften. Ausgebildet wird in 21 Berufen. Daneben werden die Mitarbeiter für automatisierte Aufgaben vorbereitet.

 

Das Unternehmen ist der einzige Wasserversorger in Deutschland, der sich mit Forschung und Entwicklung beschäftigt. In den Jahren von 2013 bis 2018 werden insgesamt Forschungsvorhaben für 7,3 Mio Euro realisiert.

 

Zur Energiewende führte Simon aus, das nach Vattenfall die Berliner Wasserbetriebe der zweitgrößte Stromproduzent in der Stadt sind. Es wurden

37 große Solaranlagen mit zusammen 3,3 MW überwiegend für Mieterstrom-Modelle von der Wasserbetriebe-Tochter Berliner Stadtwerke GmbH errichtet; damit werden fast 27.000 Haushalte versorgt. Auch Windräder werden betrieben. Auf 28 landeseigenen Immobilien – Schulen, Feuerwachen, Bibliotheken und anderen Gebäuden – werden demnächst Photovoltaik-Anlagen gebaut, mit denen weitere 1.800 Haushalte mit Strom versorgt werden können. Zum Klimaschutz trägt auch bei, dass zu den 20 leisen und abgasfreien Pkw im Herbst dieses Jahres weitere 62 hinzukommen. Geplant ist auch, 28 Ladestationen zu bauen.

 

Durch die fortgeschrittene Meßtechnik können kleinste Spuren von Medikamentenresten festgestellt werden. Derzeit ist die Situation nicht kritisch; in den nächsten Jahren wird sich das Unternehmen intensiv mit Spurenstoffen beschäftigen und entsprechende Reinigungstechniken entwickeln. Gleichzeitig sollte die Bevölkerung aber dafür sensibilisiert werden, keine Arzneimittel-Reste über die Abwassersysteme zu entsorgen.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.