Wellness und Weltgeschichte

Nicht genau überliefert ist, ob die Germanen rund um den Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. auch die Sauna kannten. Heute prägen vor allem die angesagten Sole-Kurbäder als touristische Angebote das Osnabrücker Land. So ergibt sich in der historischen Premium-Region eine auffällige Verbindung von Wellness und Weltgeschichte.

„Bei der letzten Grabung hat der Boden mehr als 200 Silbermünzen freigegeben. Denare aus der Römerzeit. Der bisher größte Fund auf dem antiken Schlachtfeld in Bramsche-Kalkriese in Niedersachsen“, sagt Dr. Joseph Rottmann, Geschäftsführer der Varusschlacht im Osnabrücker Land. Varusschlachtmuseum und Park demonstrieren den Sieg der Germanen unter Arminius über 3 römische Elitelegionen. Vermittelt werden hier zudem faszinierende Einblicke in die Lebenswelten der Römer und Germanen. Interessierte können vor Ort die aktuellen Grabungsstätten besuchen (http://www.kalkriese-varusschlacht.de/). Dies ist nur ein bemerkenswerter Platz, den ich als Kurgast besuchen konnte.

Bild 1: Varus-Museum

Bild 2: Grabungstechniker Klaus Fehrs

Die den Gesundheitseffekt fördernden Soleorte im Osnabrücker Land sind Bad Essen, bekannt für Schlemmen und Cittaslow, Bad Rothenfelde, das Sole-Heilbad mit Salz und Sinnesfreuden und Bad Laer mit Piepstein und Naturgenuss.

Bad Essen (http://www.badessen.info/) am Wiehengebirge hat seit 2010 ein neues Wahrzeichen: die SoleArena. Das kreisrunde Gradierwerk verdunstet hochkonzentrierte Sole aus dem Bad Essener Urmeer. Dieses ganz besondere Wasser aus 800 m Tiefe hat einen europaweit einmaligen Salzgehalt von 32 Prozent. Zum Vergleich: Der Salzgehalt des Toten Meeres liegt bei durchschnittlich 28 %. Das mehr als 200 Millionen Jahre alte Salzwasser heilt und lindert vor allem Atemwegserkrankungen, Hautkrankheiten, Rheuma, Arthrose und Osteoporose. Seit 2016 gehört die Stadt zum internationalen „Cittaslow“-Netzwerk. Aufnahme darin finden nur besonders gastfreundliche kleine Städte, deren Qualitäts-Gastronomie traditionelle, regionale Produkte serviert. Dazu gehören hier vor allem Holunder, die herzhafte „Kartoffelplate“ und natürlich das Urmeersalz. Empfehlung für alle Kurgäste: eine historische Stadtführung oder Kutschfahrt mit Lieselotte Leinker und ein Besuch im Kleinen Haus am Kirchplatz.

Bild 3: SoleArena

Schon bei der Annäherung an Bad Rothenfelde ist zu spüren: Hier brummt der Kurbetrieb in vollen Zügen. Schließlich ist es das Sole-Heilbad mit 200-jähriger Tradition und erhielt 1774 das erste Gradierwerk. 1822 kam ein weiteres dazu – 412 m lang und 10 m hoch, das längste Gradierwerk in Westeuropa. Über 50.000 Bündel aus Schwarzdorn verrieselt das Solewasser und läßt unsere Atemwege freier werden. Vor allem wirkt es positiv bei Asthmatikern und Pollenallergikern. Im Kurort gibt es acht überregional bekannte, renommierte Fachkliniken. Wellness-Urlauber schätzen vor allem die carpesol SPA Therme, eine der modernsten Thermen Deutschlands mit sechs Thermal- und Solebecken im Innen- und Außenbereich, Dampfbädern, Duschzeremonien, Aquajogging, Aquawalking sowie vielfältigen Wellness- und Beautyanwendungen. Eine Erlebniswelt für die ganze Familie (www.bad-rothenfelde.de).

Bild 4: Gradierwerk Bad Rothenfelde

Als Solebad Nummer 3 schließlich erreichen wir am Teutoburger Wald Bad Laer, in dem 1836 in einem umgebauten ehemaligen Herrenhaus der Badebetrieb begann. Seit 2010 wird der neue Erlebnis-Kurpark mit neuen Wassertretbecken, Barfuß-Park und Bewegungs-Parcours genutzt. Zwischen Kolk und Martinsquelle entstand der überdachte Inhalierpavillon, der erste seiner Art in Deutschland. Als „Wahrzeichen“ Bad Laers gilt der Piepstein. Er entstand seit der letzten Eiszeit: Die Mineralien einer Solequelle setzten sich an Schilfhalmen und anderen Pflanzenteilen ab und bildeten so im Laufe der Jahrtausende eine linsenförmige Felsplatte. Typisch für das Solebad: Das Wellness- und Gesundheitsangebot ist vor allem von den Reservierungen der durchweg inhabergeführten Hotels geprägt (http://www.bad-laer.de).

Bild 5: Wassertretstelle Bad Laer

Nach soviel Sole und Wellness ist die Stadt Osnabrück – gelegen an alten Handelsstrassen – unser endgültiges Ziel. Gegenüber dem historischen Rathaus logieren wir im Romantik Hotel Walhalla. In dieser Stadt atmet praktisch jeder Steg und Stein wirklich Weltgeschichte. Im Jahre 1648 wurde hier der Westfälische Friede unterzeichnet, damit das Ende des 30-jährigen Krieges besiegelt. Noch heute gilt der Leitsatz „Frieden als Aufgabe – dem Frieden verpflichtet“. Obwohl zu Niedersachsen gehörend, ist die westfälische Prägung Osnabrücks immer noch deutlich zu erkennen: an der von der einheimischen Bevölkerung gepflegten Sprache, an der Architektur sowie der regionalen Küche. Osnabrück ist bundesweit die einzige Großstadt, die in einem Naturpark liegt, dem Natur- und Geopark TERRA.vita. Dies und ihre welthistorischen Dimensionen sind immer eine Reise wert (www.osnabrueck.de).

Bild 6: Rathaus des Westfälischen Friedens

Seit jeher kommen die Menschen ins Osnabrücker Land, um Erholung, Entspannung und Linderung in den Heilbädern und Kurorten zu finden. Heute geht es neben Bewegung und gesunder Ernährung immer mehr um Entschleunigung und die innere Balance. Wer sich dies zum Ziel gesetzt hat – der wird es in dieser Region erreichen. gk

Kontakt: Anja Hehmann, Tourismusverband Osnabrücker Land e.V. Herrenteichsstraße 17+18 49074 Osnabrück Fon + 49 541 323-4570 Fax + 49 541 323-2761 E: team@tvosl.de                      www.osnabruecker-land.de

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