Wie schläft man in Deutschland?

 „Die Norddeutschen schlafen länger und sie fühlen sich morgens fitter als die Süddeutschen, außerdem verbrauchen sie weniger Schlafmittel“, sagte Schlafmediziner Dr. Michael Feld aus Köln. Zusammen mit Professor Peter Young von der Universität Münster führte er eine große Vergleichsstudie zur Schlafqualität und den Schlafgewohnheiten in Deutschland durch. 3.491 Bundesbürger nahmen an der repräsentativen Befragung teil, die vom Ulmer Gesundheitsspezialisten Beurer in Auftrag gegeben wurde und als „Beurer Schlafatlas 2017“ im Süd-West-Verlag erschienen ist.

 

Eine begleitende Studie mit einem Biosignal-Schlafsensor ergab, dass der Anteil des erholsamen Tiefschlafs am Gesamtschlaf zurückgeht. Deutschland schläft somit nicht erholt genug. Besonders betroffen sind berufstätige Mütter und Manager.

 

„Im Norden ist die Schlafzufriedenheit am größten und die Menschen schlafen deutlich weniger untertags“, erklärte Dr. Feld. Die Süddeutschen klagen über mehr schlafraubenden Arbeitsstress. Hier gibt es auch eine erhöhte Anzahl von schnarchenden Menschen, zudem macht das Wetter den Alpenländlern zu schaffen.

 

Insgesamt schneidet Ostdeutschland schlechter ab als Westdeutschland. Die Ostdeutschen sind weniger zufrieden mit ihrem Schlaf, klagen jedoch weniger über Schlafmangel, verbrauchen aber im Durchschnitt weniger Schlafmittel.

 

Den besten Schlaf haben die Bremer, gefolgt von Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Sie schlafen länger als der Durchschnitt, während 43 Prozent der Deutschen sagen, dass sie tagsüber ein Nickerchen machen. Die Bremer sehen vor dem Einschlafen weniger fern, nutzen seltener ihr Smartphone und essen selten spätabends noch etwas. Das scheint für einen guten Schlaf zu sprechen.

 

Am schlechtesten wird in Bayern geschlafen, gefolgt von Sachsen Anhalt. Auf dem letzten Platz liegt Berlin. In einer Großstadt gibt es größere Lärmbelästigungen, höhere Außentemperaturen im Sommer, besonders in der Innenstadt, und ein größerer Arbeitsstress wirkt sich negativ auf den Schlaf aus. Die Berliner sind überdurchschnittlich unzufrieden mit ihrem Schlaf. Auch wurden in keiner anderen Stadt so häufig finanzielle Sorgen als Grund für Schlafprobleme angeben.

 

Ausreichender und erholsamer Schlaf sind demnach in Deutschland insgesamt auf dem Rückzug. An einer Vergleichsstudie mit dem Beurer Schlafsensor nahmen

222 Menschen teil. Als Ergebnis zeigt sich: Deutschland schläft nicht erholt genug. „Die Schlafprobleme zeigen sich am schrumpfenden Anteil an erholsamem Tiefschlaf“, sagte Professor Young.

 

Der Hauptgrund für den schlechten Schlaf ist bei 28 Prozent der Deutschen Stress während der Arbeit.Von der Generation der 40- bis 49-jährigen sagen das sogar

46 Prozent. Von den vollzeitbeschäftigten Müttern sind es 53 Prozent. Aus der Studie geht hervor, dass gerade erwerbstätige Mütter aufgrund der Doppelbelastung den schlechtesten Schlaf haben.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.

Bildmaterial unter www.schlafatlas.de