Zum 100. Todestag von Graf Zeppelin

 Noch immer kreuzen sie am Himmel: Die Luftschiffe, auch Zeppeline genannt, nach Ferdinand Graf von Zeppelin, geboren am 8. Juli 1838 in Konstanz und am 8. März 1917 in Berlin verstorben. Er entwickelte und begründete den Bau der Starrluftschiffe, die von 1909 bis 1914 in der zivilen Luftfahrt zum Einsatz kamen und danach auch im Zweiten Weltkrieg.

Ferdinand Graf von Zepplin 1917

 

Erzogen durch Hauslehrer, wandte er sich der Militärlaufbahn zu und wurde 1858 Leutnant in der Armee des Königs von Württemberg. 1863 reiste er nach Nordamerika und nahm er als Beobachter am Krieg der Südstaaten gegen die Nordstaaten teil. Die Fahrt in einem Freiballon im gleichen Jahr brachte Zeppelin die Erkenntnis, dass dieser unlenkbar und abhängig von der jeweiligen Windrichtung war. Ein Treffen mit dem damaligen Präsidenten Abraham Lincoln war ein Höhepunkt seiner Reise.

 

Auch im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurden Freiballone verwendet. Zeppelin hatte nunmehr die Idee, ein lenkbares Luftschiff zu bauen. Die Finanzierung war äußerst schwierig, so dass erst 1899 mit dem Bau des ersten lenkbaren Starrluftschiffes begonnen werden konnte, dass im Jahr 1900 dann über dem Bodensee aufstieg. Ständige Weiterentwicklungen führten dazu, dass ab 1909 Zeppeline in der zivilen Luftfahrt eingesetzt werden konnten. Bis 1914 wurden mehr als 1.500 Fahrten mit fast 35.000 Personen durchgeführt.

Graf Zeppelin starb am 8. März 1917 in Berlin und wurde auf dem Stuttgarter Pragfriedhof beigesetzt.

Hugo Eckener wurde der Nachfolger von Graf Zeppelin, mit dem ihn seit etwa 1890 eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit verband. Die Langstreckenfahrten des LZ 127 erlebte Graf Zeppelin jedoch nicht mehr. Unter der Leitung von Eckener wurde LZ 127 gebaut und als „Graf Zeppelin“ im August 1926 zum

  1. Geburtstag des Grafen in Dienst gestellt. Nur 25 Passagiere fanden in ihm Platz. Es war das erfolgreichste Luftschiff mit dem Eckener spektakuläre Demonstrationsfahrten unternahm: So umfuhr er unter anderem 1929 die Erde, gesponsert von dem amerikanischen Medienzar William Randolph Hearst.

Im März 1936 fand dann die Jungfernfahrt von LZ 129, getauft auf den Namen „Hindenburg“, statt. 72 Passagiere konnten befördert werden, in Kabinen, die über fließend Warm- und Kaltwasser verfügten. Im Speisesaal wurde ein Viergänge-Menu serviert, es gab zwei Bars, einen Rauchersalon und eine Bibliothek. Der Zeppelin wurde berühmt durch den mitgeführten Blüthner-Flügel, der größtenteils aus Aluminium bestand und nur 180 kg wog. Um mehr Passagiere mitzunehmen wurde er später entfernt. Nach seinem Sieg über Joe Louis 1936 fuhr Max Schmeling im LZ 129 nach Deutschland zurück. LZ 129 unternahm zwischen 1936 und 1937 63 Fernfahrten und legte 33.000 km zurück.

Die Katastrophe am 6. Mai 1937 bei der Landung in Lakehurst (USA), bei der sich durch Blitzschlag der Wasserstoff entzündete und das Luftschiff in Flammen aufging, kostete 36 Menschen das Leben und beendete die Ära der Luftschifffahrt mit Passagieren.

Seit einigen Jahren werden kleine Prall-Luftschiffe zur Überwachung von Großveranstaltungen und für Werbezwecke eingesetzt. Im Kosovo wurde im Jahr 2000 ein solches zur Suche von Minen und Blindgängern verwendet, das ein Radargerät an Bord hatte.

Eine Renaissance sollte der Zeppelin als Lasten-Luftschiff für bis zu 160 t schwere Frachten erleben. Dafür wurde 50 km südlich von Berlin von der 1996 gegründeten Cargolift AG die größte freitragende Werkhalle der Welt gebaut: 360 Meter lang, 210 Meter breit und 107 Meter hoch. Nachdem die Firma 2002 insolvent wurde, kaufte ein malayischer Konzern das Gebäude auf dem ehemaligen von der Sowjet- Armee genutzten Flugplatz und entwickelte den tropischen Freizeitpark „Tropical Island“.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.