Konrad Wolf aus verschiedenen Blickwinkeln

Vortragsreihe zum 100. Geburtstag von Konrad Wolf nkk

Informationen aus Bernau / Berlin

Dem bekannten Filmregisseur und Ehrenbürger der Stadt Konrad Wolf zu Ehren fanden im vergangenen Jahr zahlreiche Veranstaltungen statt. Anlass war sein 100. Ehrentag am 20. Oktober 2025. Trotz festlicher Empfänge, Filmabenden und Lesungen gibt es noch viele Details über Konrad Wolf, die es zu entdecken gilt. Deshalb lädt das Kulturamt der Stadt am 25. Februar 2026 sowie am 4. März 2026 zu zwei Vortragsabenden ein.

 „Nachdem die unterschiedlichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr auf große Resonanz und weiteres Interesse gestoßen sind, haben wir uns für eine Fortsetzung entschieden. Die Bernauerinnen und Bernauer sowie interessierten Gäste können sich auf vier unterschiedliche und absolut beeindruckende Vorträge freuen“, so Sabine Oswald-Göritz vom Kulturamt der Stadt.

 Am Mittwoch, dem 25. Februar 2026, ab 19 Uhr heißt es „Erinnerung ist jetzt! Junge Perspektiven auf Konrad Wolf.“ In diesem ersten Teil des Abends wird der Frage nachgegangen, wer Konrad Wolf war. Vorgestellt wird die sechsteilige Doku-Podcast-Serie von Studierenden der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Das Ergebnis ist eine aufwendig produzierte und spannende Dokumentation mit aus der Versenkung geholtem Archivmaterial, Zeitzeugen-Berichten, Interviews und einem eigens komponierten Soundtrack.

Gast in Bernau wird Johanna Deventer sein, Studentin im letzten Semester ihres Masters im Fach Filmerbe an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. 2025 veröffentlichte sie als Autorin, Produzentin und Host gemeinsam mit Fabien Meier und einem Filmteam von Studierenden eine inzwischen viel beachtete Podcast-Serie zum Leben und Schaffen von Konrad Wolf.

Im zweiten Teil des Abends spricht Freya Glomb. Die Absolventin der Filmuniversität Babelsberg schrieb 2024 ihre Masterarbeit „Wir waren neunzehn – Transformation von Erinnerung in und durch Konrad Wolfs ICH WAR NEUNZEHN (DDR 1968)“.

 Schon zur Veröffentlichung von „Ich war 19“ und in den Jahren danach drückt sich in der ungewöhnlich großen Anzahl von archivierten Presseartikeln, Produktionsunterlagen, Briefwechsel und stenografierten Zuschauergesprächen die Wirkung und Bedeutung des Films aus. Was deutlich wird, ist das Verhandeln verschiedener Erinnerungen an die letzten Kriegstage im April/Mai 1945 — auf Seiten der Filmemacher, der Funktionäre als auch auf Seiten des Publikums. Freya Glomb hat diese Materialien in Beziehung zum Film ausgewertet und Zuschauende nach ihrer Wahrnehmung befragt. Dabei wurde unverkennbar klar: ICH WAR NEUNZEHN ist noch immer ein Film, der hochgradig — nun unter veränderten Bezugspunkten — mit Erinnerungen verbunden ist. Die Autorin wird von ihrer Arbeit, der Herangehensweise und von ihren Erfahrungen erzählen.

 Freya Glomb arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. 2024 hat sie ihre Masterarbeit im Studiengang Filmerbe mit einer Arbeit zu Konrad Wolfs ICH WAR NEUNZEHN abgeschlossen. Diese ist als Publikation in der Schriftenreihe „Gegen-Kanon“, Band 4, veröffentlicht.

Der zweite Vortragsabend am 4. März 2026 beginnt um 19 Uhr unter dem Titel „Gute Nacht, Koni“. Den Filmemacher und Präsidenten der Akademie der Künste Berlin (Ost) Konrad Wolf (1925–1982) und den Bildhauer Wieland Förster (*1930) verband eine außergewöhnliche Künstler-Freundschaft. Wolf hat den mit Berufsverbot belegten Bildhauer in die Akademie der Künste geholt und ihm damit die Möglichkeit künstlerischen Arbeitens und einer öffentlichen Anerkennung verschafft. Andererseits fand Konrad Wolf im Hause des Künstlers in Wensickendorf ein geistiges Zuhause und einen Fluchtpunkt. Das Film-Team Mechthild Rieffel und Jan Mader führte für ein umfassendes Künstlerporträt über ein Jahr Interviews mit dem Bildhauer und Schriftsteller Wieland Förster. Es war die Gelegenheit, den 95jährigen zu seinem Verhältnis zu Konrad Wolf zu befragen. 

 Die Filmemacher Mechthild Rieffel und Jan Mader und die Publizistin Eva Förster werden zur Freundschaft der Künstler sprechen.

 Der zweite Teil des Abends steht unter der Überschrift Konrad Wolf in Frankreich. Stefanie Eckert, Vorstand der DEFA-Stiftung, war Ende Oktober für eine Woche in Frankreich unterwegs. Ausgestattet war sie mit der Sammlung der Filmproduktionen von Konrad Wolf und mit einem profunden Wissen über das Gesamtwerk Wolfs und der Filmgeschichte der DDR. Die Filme von Konrad Wolf erleben in Frankreich eine besondere Wertschätzung. Die Medienwissenschaftlerin wird von ihren aktuellen Vor-Ort-Erfahrungen erzählen. 

Vortragsabende zu Konrad Wolf / Datum: 25.02.2026 & 04.03.2026 / Veranstaltungsort: Treff 23 / Breitscheidstraße 43b / Kontakt: Kulturamt der Stadt Bernau

03338/365 311; kulturamt@bernau-bei-berlin.de

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