Museumsgeschichten aus Bernau: Das Häschereisen


Im Museum im Henkerhaus findet sich im Keller ein besonderes Stück aus der Geschichte der Rechtspflege: ein Häschereisen, vermutlich aus dem 16. Jahrhundert – benannt nach der Person, die Leute einfängt: dem Häscher.

Foto: Stadt Bernau/TRi


Auf den ersten Blick wirkt es unscheinbar. Ein offener Metallhalbkreis mit einem V‑förmigen Schnappeinlass. Doch seine
Funktion war alles andere als harmlos. Wer einmal in diese Vorrichtung geriet, konnte sich nicht mehr rückwärts befreien. Im
Inneren sitzen Dornen und Widerhaken, die schätzungsweise im 19. Jahrhundert ergänzt wurden, um es noch grausamer wirken zu lassen.


So erzählt das Häschereisen nicht nur von vergangenen Strafen, sondern auch davon, wie sehr sich unser Verständnis von Recht, Menschlichkeit und staatlicher Gewalt verändert hat.

Geöffnet ist das Museum im Henkerhaus dienstags bis freitags von 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, samstags, sonntags sowie feiertags von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr.


Bildunterschrift:
Im Keller des Museums im Henkerhaus kann das Häschereisen zu den regulären Öffnungszeiten besichtigt werden.

Foto: Stadt Bernau/TRi