Straßenbahnfahrer in Berlin

Große Straßenbahn

Wie oft schon wurde über die Verkehrssituation auf den Straßen von Berlin geschrieben? Doch noch nicht oft genug, um all die Unfälle zu verhindern, die täglich auf den Straßen der Stadt geschehen; die täglich gesunde Menschen zum Krüppel machen oder gar aus einem schaffensfrohen Leben herausreißen, Unfälle, die durch Leichtsinn und Fahrlässigkeit entstehen. Man kann es tagtäglich beobachten: Eine alte Dame überquert langsamen Schrittes die Straßenbahnschienen. Sie schaut nicht rechts, sie schaut nicht links. Eine Straßenbahn rauscht unbemerkt in voller Fahrt heran. Erst das kreischende Geräusch der Bremsen veranlasst sie zu einer schnelleren Gangart. Hier hat nur die schnelle Reaktion des Straßenbahnfahrers Schlimmeres verhütet. Mit Recht regen sie die Fahrgäste über diese Fußgängerin auf, denn sie war die Ursache, dass die Straßenbahnbenutzer recht unsanft durcheinander geschüttelt wurden. Wie oft kommt es dabei zu Stürzen, die dann zu einem Krankenhausaufenthalt führen.

An einer belebten Kreuzung setzt der Straßenbahnfahrer vorsichtshalber die Geschwindigkeit herab, um im Ernstfall sofort anhalten zu können. Ein Lkw versucht, vor der Straßenbahn noch schnell auf die andere Straßenseite zu kommen. Als der Fahrer des Lastkraftwagens bemerkt, dass er es doch wohl nicht rechtzeitig vor der Straßenbahn schaffen würde, bremst er sein Fahrzeug stark ab. Allerdings fährt neben dem Lkw ein kleiner FIAT 500, der unbedingt mit dem Lkw mithalten will. Dem Fahrer des Kleinwagens ist jedoch durch den Lkw die Sicht auf die sich nähernde Straßenbahn genommen und so fährt er unbekümmert weiter. Ein schrilles Geräusch weckt den Fahrer aus seinen gefährlichen Träumereien oder sprach er gerade in sein Handy? Die Bremsen kreischen und FIAT wie auch Straßenbahn stehen. Nur der schnellen Reaktion des Straßenbahnfahrers ist es zu verdanken, dass der Kleinwagen ohne Schaden davonkommt. Schließlich beträgt der Bremsweg einer Straßenbahn bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h etwa 8,00 Meter und bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h rund 43 Meter. Anstatt sich bei dem aufmerksamen Straßenbahnfahrer zu bedanken, fallen einige nette Schmeicheleien wie sie eben nur Berliner parat haben, die natürlich nicht unerwidert bleiben.

Wie oft sieht man Jugendliche, aber auch Kinder, die vor einer sich nähernden Straßenbahn über die Absperrgitter klettern und sich dadurch in Gefahr bringen. In den meisten Fällen rettet sie nur die schnelle Reaktion des Straßenbahnfahrers vor einem Unfall. Oft kreuzen auch Mopedfahrer kurz vor der heranfahrenden Straßenbahn die Schienen. Was ist, wenn sie dabei ins Rutschen kommen? Auch in diesem Fall verdanken die „jungen Helden“ ihre Gesundheit der schnellen Reaktion des Straßenbahnfahrers. Er darf nicht versagen, darf nicht schnell drauflos fahren und muß die langen Stunden seines Dienstes mit vollster Konzentration absolvieren; er muß sozusagen immer „auf dem Sprung sein“, muß immer vorausdenken!
Ein Beitrag für Medieninformation Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.

Foto: (C) MIB / Günter Meißner