TÜV-Report

In Berlin wurde der TÜV-Report 2020 vorgestellt. Dafür wurden rund 9 Millionen Pkw-Hauptuntersuchungen ausgewertet. Danach hat gut jedes fünfte Auto (21,5 %) bei den TÜV-Prüfstellen „erhebliche Mängel“. Dr. Joachim Bühler, Hauptgeschäftsführer des ÜV-Verbands (VdTÜV) erklärte: „Ein großer Teil der Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen ist mit erheblichen Sicherheitsmängeln unterwegs. Insbesondere die Besitzer älterer Autos sollten ihre Fahrzeuge regelmäßig warten lassen, um sich und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden“.

Gefährliche Mängel wie undichte Bremsschläuche, defekte Leuchten oder ein nicht funktionierendes Reifendruckkontrollsystem sollten „unverzüglich“ durch eine Werkstatt behoben werden. Die Durchfallquote bei der Hauptuntersuchung steigt mit dem Alter der Fahrzeuge erheblich an. Lag sie noch bei 2 bis 3 Jahre alten Autos bei 5,8 Prozent, so fallen 16,4 Prozent der 6 bis 7 Jahre alten Fahrzeuge und 28,2 Prozent der 10 bis 11 Jahre alten Fahrzeuge bei der HU durch.

Die geringste Quote an erheblichen Mängeln hat der Mercedes GLC unter den 2 bis 3 Jahre alten Fahrzeugen. Auf Platz 2 liegen der Roadster Mercedes SLK und der Porsche 911. Die schlechtesten Modelle ihrer Klasse mit den höchsten Durchfallquoten bei den 2- bis 3-jährigen sind der Ford Ka bei den Minis (10,7 %), Fiat Punto bei den Kleinwagen (10,8 %), Dacia Logan bei den Kompaktwagen (13,6 %), Ford Mondeo in der Mittelklasse (9,1 %), Dacia Duster  bei den SUVs (11,7 %) sowie Citroen Berlingo beiden Vans (11,2 ). Bei den 10 bis 11 Jahre alten Modellen haben mit einer Durchfallquote von jeweils 43,1 Prozent der Dacia Logan und der Chevrolet Matiz am schlechtesten abgeschnitten.

Beleuchtungsmängel sind am häufigsten, die gerade in der dunklen Jahreszeit für die Verkehrssicherheit am wichtigsten sind. Austretendes Öl an Motor oder Getriebe ist eine weitere Schwachstelle. „Ölverluste wirken bie Unfällen brandbeschleunigend und belasten die Umwelt“, sagte Dr. Bühler. Defekte an Achsfedern und Stoßdämpfern sind ein Sicherheitsrisiko, weil die Fahrzeuge nicht mehr stabil auf der Straße liegen. In engen Kurven und bei Ausweichsmanövern wird es gefährlich.

Durch die rasante digitale Entwicklung und die steigenden Anforderungen an die Umweltverträglichkeit der Fahrzeuge sollte die Hauptuntersuchung entsprechend angepaßt werden. „Die Hautpuntersuchung muss mit neuen Prüfkriterien für digital gesteuerte Assistenzsysteme und neuen Messungen für die Abgasuntersuchung fit für die Zukunft gemacht werden“, betonte Dr. Bühler. Dafür müssten jetzt die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden.

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.