„Freiheit oder Corona-Tod ?“

Die Ampel beschließt das Ende der „epidemischen Lage“

Während die Ampel-Koalitionäre die „epidemische Lage nationaler Tragweite“ Ende November auslaufen lassen will, haben die Corona-Zahlen eine Höhe erreicht, die für die Ausrufung eines Lockdowns ausreichen würden. Bedrohlich steigende Infektionen und Inzidenzen. Dabei fällt auf, dass die Zahlen höher liegen als vor einem Jahr, als es noch keine Geimpften gab.

Warum dann diese abrupte Beendigung der epidemischen Lage“? Weil man den Bürgern nicht zumuten will, mit durch Corona eingeschränkten bürgerlichen Freiheitsrechten ins Jahr 2022 gehen zu müssen. Den in der Überschrift gewählten Text habe nicht ich erfunden, sondern ein medizinisch gebildeter Bürger als Frage gestellt. Eine Hintertür ist noch offen. Die Länder erhalten allerdings Möglichkeiten, bis Ende März 2022 noch Maßnahmen wie Maskenpflicht oder Kontaktdatenerfassung zu treffen.

Zugleich kommt die Impfkampagne kaum noch voran. Die Mehrheit der Nichtgeimpften ist unverändert nicht bereit, sich impfen zu lassen. Das hat zur Folge, dass laut Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin immer mehr Patienten auf Intensivstationen versorgt werden müssen. Dies sei zwar „leistbar“ -aber nur durch beträchtliche Einschränkungen des „medizinischen Regelbetriebes“. Für den Präsidenten des Weltärztebundes, Frank Montgomery „ tobt sich die Krankheit jetzt bei den Ungeimpften aus“. Wer sich jetzt noch immer nicht impfen lasse, „obwohl er es machen könnte, riskiert sein Leben und das seiner Mitmenschen“.

Neben dem Vorrangthema „Klimawandel“ muss in der Prioritäten-Liste der Ampelregierung die Reform der medizinischen Versorgung der Bevölkerung, speziell der zielführende Kampf gegen Corona ganz weit oben stehen. Wie es heißt, wolle die Ampel „noch im November“ klären, also vor der Regierungsbildung, wie diejenigen mit Corona-Impfungen  erreicht werden könnten, die bisher falschen Informationen  aufsäßen. Dies betreffe die Standard-Immunisierung genauso wie die sogenannten Booster- oder Auffrischungsimpfungen (Drittimpfungen). Die Bürger interessieren keine weiteren Statements der Politiker, sondern nur noch handfeste, durch Ergebnisse belegbare Veränderungen. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage wollten sich lediglich zwei Prozent „auf jeden Fall“ noch impfen lassen. Es darf doch wohl gefragt werden, was mit den anderen 98 Prozent wird. Es ist keine Zeit mehr, nur mit Überzeugung den notwendigen Durchbruch herbeizuführen.                              Dr. Dieter Langer