Flugplatz Strausberg EDAY

Das Starten und Landen wird sicherer

Das Fliegen, das Starten und Landen auf dem Strausberger Flugplatz, werden sicherer. So fasst die Geschäftsführerin der Strausberger Eisenbahn GmbH, zu der auch die Strausberger Flugplatz GmbH gehört, Irina Kühnel, die Folgen des Instrumentenanflugverfahrens zusammen. Die Deutsche Flugsicherung hat kürzlich mitgeteilt, dass sie bis zum 17. Juni 2021 die neuen Flugrouten nach dem Instrumentenanflugverfahren berechnen wird.   

Die gewünschte Richtung für Flugplatz Strausberg      

Der Verkehrslandeplatz Strausberg werde sich damit besser in die gewünschte Richtung hin entwickeln können, sagt die Geschäftsführerin: Es geht um mehr Geschäftsreiseverkehr, der nach dem Instrumentenanflugverfahren verlangt. „Denn das erhöht seine Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit“, erläutert Irina Kühnel.      

Jetzt wird nach Sicht geflogen, wie schon die 90 Jahre bisher auf dem Strausberger Flugplatz. Das ist bei ungünstigen Witterungsbedingungen mitunter gefährlich oder nur eingeschränkt möglich. Der Flugzeugführer plant seine Flugroute und richtet sich beim Fliegen nach Orientierungspunkten und Landmarken, um den Kurs zu ändern. Vom Tower bekommt er dann die Ansprache, ob er landen darf oder noch eine Platzrunde zu drehen hat.  

Mit dem Instrumentenanflugverfahren wird wie mit dem Auto-Navi mit GPS-Steuerung geflogen. Das ist eine technische Weiterentwicklung, weil die Instrumente die Flugroute vorgeben. Das erlaubt punktgenaue Anflüge auch bei fehlender oder sehr schlechter Sicht. Irina Kühnel wertet: „Die Berechenbarkeit von Flügen steigt, und das ist im Geschäftsreiseverkehr eben wichtig.“       

Die Deutsche Flugsicherung in Bremen müsse nun ihre Hausaufgaben machen und bis Mitte Juni nächsten Jahres die neuen Flugrouten im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des BER planen. Das sind dann gewissermaßen die Straßen in der Luft, die je nach Wetterlage benutzt werden müssen. Der Flieger wird künftig seinen Flug in einem Flugplan erfassen und mit der Wunschzeit bei der Flugsicherung einreichen, die ihm dann die Route und genaue Zeit vorgibt.  

Für den Strausberger Platz ist das auch bei der Ausbildung von Verkehrspiloten wichtig. Die mit dem Instrumentenanflug gewachsene Planungssicherheit beseitige auch ein Ansiedlungshemmnis für flugaffines Gewerbe am Platz, sagt Irina Kühnel. Sportflieger verwenden hingegen kein Instrumentenanflugsystem.   

Eine Stichbahn wird auf Flugplatz Strausberg verbreitert   

Eine Rollbahn, die von den beiden Firmenhallen von Apus Engineering und Aerotours zur Startbahn führt, muss um eineinhalb Meter verbreitert werden. Auch die Befeuerung wird aufgerüstet. Das Tanklöschfahrzeug des Platzes ist bereits ertüchtigt. Mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Strausberg wird auch die Flugleitung in der Brandbekämpfung fit gemacht. Irina Kühnel sieht auch mit der genehmigten Landebahnverlängerung keine signifikante Zunahme des Passagierflugverkehrs. Ohnehin sei deren Realisierung noch nicht vorgesehen. Die Corona-Pandemie hat die Vereinsfliegerei zeitweise zum Erliegen gebracht und die private Fliegerei gebremst. Der Rückgang betrug im ersten Halbjahr rund 30 Prozent. Touristische Flüge aus dem Ausland sind ganz weggefallen.

2021 wird alles anders. gk