Unser Wochenendtipp:

Museumsgeschichten aus Bernau: Der Handwebstuhl

Jedes Museum steckt voller Geschichten. Spannende, kuriose, rührende Ereignisse verbergen sich hinter den Ausstellungsstücken im Museum im Steintor und im Museum im Henkerhaus. In der neuen Serie „Museumsfundstück des Monats“ stellt das Team vom Museum Bernau jeweils ein Objekt in den Mittelpunkt und erzählt seine Geschichte.

Der Handwebstuhl
Objekt 2 von 470 im Steintor

Im Obergeschoss des Steintors befindet sich ein Handwebstuhl aus dem 19. Jahrhundert. Noch heute voll funktionstüchtig, steht er imposant im Ausstellungsraum. „Ähnliche Modelle wurden bereits im Mittelalter genutzt, sicher auch in Bernau, denn der wirtschaftliche Aufstieg der Stadt war eng mit der Tuchmacherei verwoben“, erläutert die Leiterin des Museums Bernau, Franziska Radom. Tuchmacher verarbeiteten Wollstoffe – so genannte Tuche – und Gewandschneider verkauften sie bis weit über die Stadtgrenzen hinaus. Ein einträgliches Geschäft mindestens bis ins 16. Jahrhundert als die Brandenburger Tuche von preiswerteren Stoffen aus Süddeutschland, England und Flandern nach und nach verdrängt wurden. Mit dem 30-jährigen Krieg kam die Bernauer Tuchproduktion fast vollständig zum Erliegen. „Im Jahr 1752 verstarb der letzte selbstständige Tuchmachermeister Piper. Dennoch blieb die Textilproduktion bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Wirtschaftszweig Bernaus, aber das ist eine andere Geschichte“, so Franziska Radom.

Geöffnet ist das Museum im Steintor bis zum 30. September 2023 dienstags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr.

Foto: Der voll funktionsfähige Handwebstuhl aus dem 19. Jahrhundert steht im Obergeschoss des Museums am Steintor. Foto: Mader & Rieffel