Weltmeisterschaft der Berufe

Vom 14. bis 19. Oktober 2017 findet in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Weltmeisterschaft der Berufe statt. Der 21jährige Maurermeister Jannes Wulfes aus Harsum (Kreis Hildesheim) wird das deutsche Maurerhandwerk bei der WorldSkills 2017, vertreten.

 

Anlässlich eines einwöchigen Trainings im Berufsausbildungszentrum der Handwerkskammer Hildesheim in Göttingen erklärte Wulfes seine Motivation: „Mein Ziel ist klar, ganz vorne mitzuspielen und auf Treppchen zu kommen. Ich werde die nächste Zeit intensiv nutzen, um noch besser zu werden. Wettbewerbe sind ein Erlebnis und bringen einen beruflich und persönlich auf jeden Fall weiter. Eine Erfahrung fürs Leben“.

 

Wulfes legte im Sommer 2015 seine Geselllenprüfung ab, arbeitete zunächst einige Zeit in seinem Ausbildungsbetrieb Dammeyer Bauunternehmen GmbH & Co. KG in Harsum, bevor er seine Meisterausbildung begann und Ende 2016 erfolgreich abgeschloss. Als Maurermeister arbeitet er weiterhin bei Dammeyer Bauunternehmen GmbH & Co. KG.

 

Wulfes wurde 2015 Landessieger in Niedersachsen und holte die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschafen 2015. Bei der EuroSkills 2016 im Dezember in Göteborg sammelte er Wettkampferfahrung und erreichte dort den 6. Platz. Er bekam für Bestleistungen eine Medallion for Excellence. „Der Wettbewerb war ein großartiges Erlebnis. Wir haben wirklich hart und intensiv gearbeitet. Leider hat es für das Podest nicht gereicht. Aber diese Erfahrungen sind für mich Pluspunkte für WorldSkills“, erklärte Wulfes.

 

Christian Frölich, Obermeister der Bau-Innung Südniedersachsen, hob in seinem Grußwort die Bedeutung einer qualifizierten Ausbildung, wie sie am Bau praktiziert wird, hervor und beklagte die zunehmende Akademisierung. „Eine berufliche Ausbildung, und sei sie noch so qualifiziert, wird in der Gesellschaft weniger wertgeschätzt als eine akademische. Hier bedarf es dringend einer Korrektur und eines klaren Bekenntnisses durch die Politik für die duale Ausbildung. Denn die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands hängt ganz wesentlich von der dualen Ausbildung und von qualifizierten Mitarbeitern ab“.

 

Das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes wird getragen vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und besteht aus den besten Nachwuchskräften der Maurer, Betonbauer, Fliesenleger, Stukkateure und Zimmerer. Die Teammitglieder qualifizieren sich über die Deutschen Meisterschaften bzw. Contest für das Team und treten bei den internationalen Berufswettbewerben an. Der ZDB fördert damit seine besten Nachwuchskräfte. „Fundament der Erfolgsbilanz des Nationalteams des Deutschen Baugewerbes ist die qualifizierte Ausbildung in den kleinen und mittelständischen Betrieben des deutschen Baugewerbes. Qualität kommt von Qualifikation! Um diese bewährte duale Ausbildung wird Deutschland vielfach beneidet“, erklärte Felix Pakleppa, ZDB-Hauptgeschäftsführer des ZDB.

 

Zu der Berufsweltmeisterschaft in Abu Dhabi werden über 1.300 Teilnehmer erwartet, die in 51 verschiedenen Wettbewerbskategorien gegeneinander antreten. Präzision und Genauigkeit sowie Nebenstärke und Konzentration entscheiden über Gold, Silber oder Bronze. 42 deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden über WorldSkills Germany gemeldet und in 37 Berufen starten. Dazu gehören die sechs Mitglieder aus dem Nationalteam des Deutschen Baugewerbes. Das sind neben Jannes Wulfes zwei Betonbauer, ein Fliesenleger, ein Stukkateur und ein Zimmerer.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.