Ausbildung in Deutschland

McDonald’s Deutschland stellte in Berlin die dritte Ausbildungsstudie vor, deren Daten durch das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) unter der wissenschaftlichen Beratung von Professor Dr. Klaus Hurrelmann, Hertie School of Gorvernance, erhoben wurden. Eine erste Ausbildungsstudie wurde 2013 veröffentlicht, die zweite folgte 2015, so dass jetzt ein Vergleich mit früheren Aussagen möglich war.

 

Das Institut für Demoskopie in Allensbach ist das älteste Meinungsforschungsinstitut Deutschlands und wurde von Elisabeth Noelle- Neumann (1926 – 2010) Im Jahr 1947 gegründet. Geschäftsführerin ist jetzt Professor Dr. Renate Köcher, die über die Ergebnisse der Ausbildungsstudie berichtete.

 

Es wurden rund 1.500 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren befragt.Wichtig sind den jungen Menschen gute Freunde, Gesundheit und Familie, dann folgt Spaß am Beruf, weshalb finanzielle Unabhängigkeit ihnen ebenfalls wichtig ist. Etwa weniger wichtig ist ihnen der Erfolg im Beruf; sie möchten das Leben genießen. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt schätzen die meisten als sehr gut ein, was vermutlich auch der derzeit niedrigen Arbeitslosigkeit in Deutschlands geschuldet ist. Es zeichnete sich ein großer Zukunftsoptimismus in Bezug auf die berufliche Zukunft ab. Vergleichsweise sind die Jugendlichen in Italien und Frankreich in dieser Beziehung wesentlich skeptischer.

 

In welchen Branchen möchten die jungen Leute arbeiten? 70 Prozent nannten Computerhersteller und Softwareunternehmen, über 60 Prozent wollen in der Medienbranche oder der Automobilindustrie tätig sein. Der medizinische Bereich, Elektrotechnik und Maschinen- und Fahrzeugbau ist für über 50 Prozent interessant.

 

Die Mehrheit der deutschen Jugendlichen sehen auch angesichts der Flüchtlingswelle in den Migranten keine Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, wobei Jugendliche aus schwächeren sozialen Schichten sich darüber besorgt äußerten.

 

Die größten Sorgen gelten der Einschränkung der Unabhängigkeit, der Gesundheit sowie der Stabilität des sozialen Umfelds. 65 Prozent machen sich Sorgen, das engen Familienangehörigen etwas zustößt, 50 Prozent, dass sie selbst schwer erkranken. Vor Altersarmut fürchten sich 37 Prozent, rund 30 Prozent vor momentanen finanziellen Engpässen und vor Arbeitslosigkeit.

 

Sorgen machen sich 72 Prozent, dass der Terrorismus weltweit zunimmt.

64 Prozent befürchten weitere Terroranschläge in Deutschland und 64 Prozent sind besorgt über die Zunahme von Gewalt und Kriminalität. Etwa 40 Prozent sorgen sich über die Zunahme des Islam in Deutschland und dass immer mehr Flüchtlinge ins Land kommen, jedoch haben nur wenige negative Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht.

 

Zum Schulunterricht befragt, wünschen sich über 70 Prozent der Befragten, dass den Schülern vermittelt wird, wie man ein Vorstellungsgespräch führt, den Umgang mit verschiedenen Computerprogrammen lehrt und finanzielle Angelegenheiten, wie beispielsweise Bankgeschäfte und Steuern, erläutert. Es wird nur wenig, was sich die junge Generation wünscht, in den Schulen vermittelt. „Die Entwicklung rückläufiger Bewerberzahlen geht einher mit einer sinkenden Ausbildungsreife der Bewerber. Hier ist die Politik gefragt! Lehrmittel und Prozesse müssen dringend überarbeitet und auf die Bedürfnisse der jungen Generation angepasst werden. Außerdem müssen die Vorzüge des Dualen Ausbildungssystems und die damit verbundenen Entwicklungschancen deutlich hervorgehoben werden“, forderte Gabriele Fanta, Personalvorstand McDonald’s Deutschland.

 

Mehr Unterstützung wünschen sich viele bei der Berufswahl, wobei Praktika sich als hilfreich erwiesen haben. Hilfreich waren dabei auch Gespräche mit den Eltern und Menschen, die in dem Beruf arbeiten bzw. gearbeitet haben. Eine große Rolle spielt dabei eine gute Schulbildung. „Der Schulabschluss mit Abitur gilt gewissermaßen als die notwendige Voraussetzung, um aussichtsreich in den Wettbewerb um gute Ausbildungs- und Berufsplätze einzutreten“, erklärte Professor Dr. Hurrelmann.

 

Ein Beitrag für Medieninfo Berlin von Edelgard Richter / Dela Press.